Aus einem Thema mehrere Geschichten machen - so geht’s
Ohne Geschichten sind Journalisten und Creator brotlose nervliche Wracks. Das Tückische: Wir kommen in der Regel zuallererst auf Themen, viel später und seltener auf Geschichten. Deswegen steigen wir heute beim Thema ein. Ich zeige dir, wie du von dort aus Ideen für Geschichten findest.

Ein Thema ist keine Geschichte. Ein sehr konkretes außergewöhnliches Thema ist immer noch keine Geschichte. Über den Unterschied zwischen Thema und Geschichte habe ich hier schon in meiner zweiten Newsletter-Ausgabe geschrieben - so wichtig ist der Unterschied!
Also falls nicht gelesen, hier unbedingt nachholen. (Abre numa nova janela)
Startpunkt: das Thema
Hier sind ein paar Beispiele, damit du die Fragen gleich selbst testen kannst. Oder du nimmst ein eigenes Thema.
Gender Pay Gap
Asylpolitik
Rechtsruck
Handyverbot an Schulen
Vier-Tage-Woche
Aufrüstung
Sondervermögen
Infrastruktur
Andrew Tate
Kinderlosigkeit
Du siehst, Gesundheit ist ein Thema, die Tropenkrankheit Chikungunyafieber aber auch. Es gibt keine richtige Definition für Themen. Auf einem Spektrum vom Allgemeinen zum Konkreten können sie sehr weit voneinander liegen.
Wenn du also ein Thema hast, solltest du mit einer einfachen Mindmap starten. Vermutlich kennst du dich mit deinem Thema etwas aus oder hast schon recherchiert. Sobald du die unterschiedlichen Aspekte deines Themas aufgeschrieben hast, kann es mit dem Fragenkatalog losgehen.
Mein persönlicher Tipp: Schreibe die Antworten handschriftlich auf.
Der Fragenkatalog für dein Thema
Welche Probleme müssen gelöst werden?
Was steht auf dem Spiel? Wo steht etwas auf dem Spiel?
Welche Akteure sind an der Sache beteiligt oder davon betroffen?
Und wie könnten sie darauf blicken?
Was macht das Thema mit den Menschen, die wenig damit zu tun haben?Stelle dir vor, jemand aus deinem Bekanntenkreis kommt mit dem Thema in Berührung. Was könnte passieren?
Wer wird dazu so gut wie nie gefragt? Wer sind die Stillen in der Sache? Das sind Menschen, die sich wenig oder zurückhaltend dazu äußern. Medien tendieren dazu, extreme Positionen abzubilden.
Stelle dir die Sache in unterschiedlichen Regionen vor.
Tragödie, Komödie, Krimi oder Liebesgeschichten sind typische Genres. Welche Geschichten könnten sich jeweils dazu abspielen?
Was ist hier die Vorgeschichte?
Was war die Erwartung? Wie hat es sich abgespielt?Was würden die beteiligten Akteure von heute den damaligen gerne sagen?
Was hat man /haben die Beteiligten schon gelernt bei der Sache?
Was regt dich an dem Thema auf? Was berührt dich? Was gibt dir Hoffnung?
Was wühlt die verschiedenen Akteure aus Frage 3. beim Thema auf?
Was wäre wenn … ? Hier lassen sich beliebig viele Szenarien durchspielen.
… wenn die größte Angst eintreten würde?… die Sorgen und Ängsten rund um das Thema weggeblasen wären?
… wir/ die Akteure mutig wären?
… andere Voraussetzungen gegeben wären?
… die Beteiligten vorher an einer anderen Stelle abgebogen wären?… das Problem gelöst werden könnte?
Wo gibt es Überraschendes?
Zum Stöbern: Schätze aus dem Rabbit-Hole
📖 Ich habe mal gelesen, Prokrastination lässt sich nur lösen, wenn man sie versteht. Hier (Abre numa nova janela)seziert Ronja von Rönne ihre eigene Prokrastination so brutal ehrlich, dass es ein bisschen wehtut. (€)
🔗 Dieser Artikel (Abre numa nova janela)über eine Frau mit Behinderung und ihrem Kampf mit der deutschen Bürokratie berührt durch schnörkelloses Storytelling und einfach gutes Handwerk. Einige Stellen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.
📺 Nerd-Tipp: Francis Ford Coppola plaudert aus dem Nähkästchen (Abre numa nova janela) über seine erfolgreichsten Filme (der Pate).
In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!
Teodora
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