Liebe Pfefferhasis und Newsletter-Mäuse,
der Newsletter erreicht euch heute vom Bahnhofsvorplatz in Göttingen. Ich warte auf den Bus, der mich ins Seminarhaus bringt, in dem ich bis Sonntag einen Workshop leite. Das erste Mal dieses Jahr, dass ich draußen schreibe. Der Frühling ist da! Trotz der angenehmen Temperaturen wird es in Deutschland mit jedem Tag kälter. Die geplante Abschaffung des Bürgergelds durch die kommende Bundesregierung, die Forderung nach der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl durch den BAMF-Chef, die drohenden Abschiebungen palästinasolidarischer Aktivist*innen in Berlin – der Klassenkampf von oben blüht. Mehr dazu lest ihr wie gewohnt im Wochenrückblick.
Ich weiß nicht, wie oft ich noch darüber schreiben soll, dass sie autoritäre Wende längst da ist, dass „wehret den Anfängen“ längst „wehret dem Mittendrin“ lauten müsste und „nie wieder“ längst wieder ist. Was braucht es, um Menschen aufzurütteln? Wie oft müssen Menschen das Niemöller-Zitat (Abre numa nova janela) noch lesen, um den Ernst der Lage zu erkennen? Wie viele Bilder von getöteten Kindern, von ertrunkenen Asylsuchenden, von erfrorenen Refugees müssen Menschen sehen, bis sie was spüren? Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ihr es vermutlich auch nicht wisst. Immerhin sind wir nicht ganz allein mit unserer Verzweiflung. Bis mir was Besseres einfällt, schreibe ich also weiter Woche für Woche den Wochenrückblick und freue mich, wenn ihr ihn lest, weiterleitet und empfehlt.
Weil heute der erste Freitag im Monat ist, habe ich auch wieder unter allen Steady-Supporter*innen (Abre numa nova janela) ein Buch verlost. Im April darf sich Nathalie K. aus Bielefeld über „Row Zero: Gewalt und Machtmissbrauch in der Musikindustrie“ (Abre numa nova janela) von Daniel Drepper und Lena Kampf freuen.
Das war’s für heute. Danke – wie immer – fürs Lesen,
habt es gut und passt auf euch und einander auf
Ulla