Mein Kind wird dick

Für alle, die den Beratungstext anhören möchten: Die Audioversion findet Ihr am Ende des Artikels und im Podcast-Feed!
Liebes Beratungsteam,
mich beschäftigt zur Zeit eine Frage – oder eine Herausforderung –, mit der ich so auch nicht gerechnet hätte. Mein ältester Sohn ist jetzt 11 Jahre und seit einem viertel Jahr habe ich die Sorge, dass mein Kind auf dem besten Weg ist, dicker zu werden. Er war immer ein sehr aktives Kind, auch in der Schule hatte er beste Möglichkeiten, viel Fußball zu spielen, er spielt auch jetzt noch im Verein – allerdings haben die Angebote für Bewegung in der Schule stark abgenommen. Er ist also wirklich keine „couch potato” (was wahrscheinlich kaum ein Kind ist). Er hatte schon immer großen Appetit – zur Zeit sind die Portionen aber doch eher imposant – und die Menge an Energie, die er zu sich nimmt, ist deutlich über der Menge, die er verbraucht. Neulich war ich schon etwas „erschrocken” darüber, wie viel Winterspeck er sich angefuttert hat. Ich war selber ein eher dickeres Kind und habe erst im Erwachsenenalter gelernt, gut darauf zu achten, wie viel ich brauche und wo der Unterschied zwischen Appetit und Hunger ist. Ich glaube, dass mir mein zusätzliches Gewicht als Kind die Lust an Sport und auch das Vertrauen in meinen Körper genommen hat – ich habe Sorge, dass es meinem Kind ähnlich geht – denn zunehmen ist leicht, den Körper aber wieder fit zu bekommen, schwieriger. Ich kenne die Abwärtsspirale, die damit einhergehen kann.
Bisher hatten wir noch kein Gespräch darüber, weil ich es sehr schwierig finde. Ich möchte ihn nicht in seinem Selbstbild verunsichern, denn er fühlt sich sehr wohl in seinem Körper, das sagt und zeigt er auch - und das ist ja das größte Geschenk. Und doch habe ich Sorge davor, wie sich die Sache vielleicht ändert, wenn er weiter so viel isst - und die Bewegung eventuell auch noch weniger wird, denn beispielsweise interessiert er sich jetzt mehr und mehr für Spiele auf Smartphone und Konsole.
Ich möchte nicht auf seine großen Portionen schielen und denken: „Uff.” Ich möchte nicht sagen: „Das finde ich jetzt ganz schön viel.” Ich habe überlegt, ob ich seine Begeisterung für Fußball nutzen kann, um ihm die Vorteile einer ausgewogenen Ernährung näher zu bringen. Leider machen Fußballer auch ständig Werbung für Nutella. Da bin ich also noch auf der Suche.
Ich brauche einen Anstoß, wie ich meine eigene Perspektive ändern kann. Ich brauche Anregungen, wie ich ein Gespräch mit meinem Kind führen kann, denn irgendwann wird er einen Blick von mir bemerken (wenn er es nicht eh schon getan hat) – und dann vielleicht ein subtiles Gefühl von „Was stört Papa denn an mir?” entwickeln. Da gehe ich lieber in ein offenes Gespräch.
Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern, als ich selbst im gleichen Alter war. Meine Mutter sagte mir, als gerade Besuch da war: „Na du hast ja auch ganz schöne Paus-Bäckchen bekommen.” Ich habe mich total geschämt und es hat mich sehr verunsichert. Solche Erfahrungen will ich meinem Sohn ersparen.
Ich freue mich über eine Antwort, viele Grüße.
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