Gartensprechstunde April
No-Dig-Beete, Giersch, Schwermetalle im Garten und wie man Hunde aus dem Beet hält – diese und andere Themen behandle ich in der Gartensprechstunde April! Wenn du willst, kannst du hier deine Fragen für Mai hinterlassen» (Abre numa nova janela). Los geht’s!

Ich fände es toll, wenn du, wie du ja in dieser Ausgabe angekündigt hast, demnächst mal etwas zu deinen No-Dig-Beeten und dem Unterschied zu den Hochbeeten erzählen würdest. Außerdem würde es mich interessieren, wie tief verschiedene Pflanzen wurzeln und ob du bestimmte Pflanzen nur in die No-Dig-Beete bzw. nur in die Hochbeete pflanzt oder ob das eigentlich egal ist.
Danke für deine Frage, ich gehe demnächst auch gern noch einmal ausführlicher auf meine No-Dig-Hochbeete ein. Bei mir im Garten gilt grundsätzlich überall das No-Dig-Prinzip – das heißt, ich grabe nie um und störe das Bodenleben nicht (und befördere damit dann auch keine schlummernden keimfähigen Beikrautsamen nach oben), sondern baue den Boden ausschließlich schichtweise aus Kompost, Mulch und organischem Material auf.
Da meine Gärten leider regelmäßig Besuch von Massen (!) an Schnecken, Wühlmäusen und Kaninchen bekommen, gärtnere ich ausschließlich in Hochbeeten, die meistens einen Meter hoch sind. Die meisten sind aus Metall (die Schnecken mögen das nicht so gern, also da am aufgeheizten Metall hoch, uff neeee). So bleiben meine Pflanzen gut geschützt, und gleichzeitig sind die Hochbeete für mich ergonomisch bequem. Im Waldgarten habe ich auch ein paar Palettenbeete, die sind dann nur 30 cm hoch. Da ich darunter Wühlmausdraht habe, pflanze ich dort nur Flachwurzler.

Was die Wurzeltiefe generell angeht, gibt es eben Pflanzen, die eher flach wurzeln, wie Radieschen, Feldsalat oder Spinat, und solche, die tiefer wurzeln, zum Beispiel Möhren, Kartoffeln oder Kürbis. Ich persönlich pflanze einfach alles zusammen bunt gemischt in meine Hochbeete und achte dabei lediglich darauf, flach- und tiefwurzelnde Pflanzen möglichst abwechselnd zu setzen, und dass es prinzipiell gute Beetpartner sind (darüber habe ich ja hier ausführlich geschrieben» (Abre numa nova janela)). So spare ich Platz, da die Pflanzen auf unterschiedlichen Ebenen wurzeln und sich dadurch kaum gegenseitig Konkurrenz machen.
Meiner Erfahrung nach wachsen so alle Pflanzen prima und fühlen sich im gesunden Bodenklima meiner No-Dig-Hochbeete wohl!
Hunde im Garten … wie halte ich sie aus den Beeten raus?
Puh, tja. Was soll ich sagen: Gar nicht?

Nein, Spaß. Bei uns ist es so, dass die Hunde im Eifer des Gefechts Probleme haben, zu verstehen, wo Stop ist und wo nicht. Ich habe lange versucht, ihnen beizubringen, dass sie in den Palettenbeeten und den Staudenbeeten nichts zu suchen haben, aber wenn das Spiel sie mitreißt, checken die das einfach nicht mehr. Deshalb habe ich um die Bereiche, die ich schützen will, kleine Staketenzäune gezogen. Das sieht total süß aus und ist für die Hunde eine gut zu verstehende visuelle Barriere. Die sind nicht hoch, also es geht da nicht darum, sie mit allen Mitteln da physisch auszusperren. Die sind da drei Mal drüber gehüpft, dann gab es drei Mal eben “Nein” und dann haben sie verstanden, dass das eine echte Barriere ist, die sie respektieren müssen. Hast du das mal versucht? Ich finde es eigentlich echt hübsch. So sieht es im Waldgarten aus:



Und so in Dänegart am Staudenbeet (wir setzen den Zaun jetzt aber bald neu, weil jetzt nebenan das Heidelbeerbeet ist, das von den Hunden auch nicht unbedingt gepflügt werden muss):


Der Garten der Hausgemeinschaft ist ein wildes Sammelsurium von einheimischen und invasiven Arten. Wir haben die Erlaubnis, etwas zu entfernen. Aber wie erkenne ich, was was ist, wie viel kann ich auf einmal entfernen, wie mache ich das am besten, wohin mit dem Zeug, was pflanze ich stattdessen, wann fange ich damit an? Wir haben hier Bambus, japanischen Staudenknöterich, Giersch bis zum Abwinken, die Winde und die wuchernden Brombeeren sehe ich inzwischen als die geringsten Probleme an. Wahrscheinlich gibt es noch mehr, was nicht heimisch ist oder zu viel Platz einnimmt, aber ich bin jetzt schon überfordert!
Uff, ich verstehe sehr gut, dass dich das überfordert! Das klingt richtig ätzend. Wichtig ist, jetzt erstmal schnell zu handeln, denn jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um die invasiven Pflanzen gezielt und radikal zu entfernen – bevor sie im Frühjahr richtig loslegen und sich weiter ausbreiten können. Gerade Pflanzen wie der Japanische Knöterich und Bambus sollten sofort möglichst vollständig ausgegraben und entfernt werden. Dabei ist es wichtig, wirklich alle Rhizome (unterirdische Wurzeltriebe) möglichst zu erwischen. Ja, man schafft nie alles auf einmal und ich sag dir gleich, dass ein Kampf gegen diese Schwergewichte ein Marathon ist, kein Sprint. Es wird immer wieder was kommen, und sobald man auch nur das Köpfchen der Triebe sieht: Raus damit! Auch die Winde solltest du unbedingt ausgraben und nicht bloß abschneiden, sonst treibt sie direkt wieder neu aus. Dasselbe gilt auch für die Brombeere, die extrem ausbreitungsfreudig ist. Oft sind das auch keine einheimischen Arten – beispielsweise überrennt uns hier die Armenische Brombeere. Auch hier würde ich direkt gründlich graben und die Wurzeln entfernen. Es ist sau viel Arbeit, ich weiß. Aber eine Abkürzung gibt es leider nicht, ich habe übrigens in Dänegart auch so ein Problem: Brombeere, Ackerschachtelhalm (der stört nicht so mega doll, aber ein wenig), Winden und invasive Buntnesseln, die aus dem Moor rüberwachsen. Vom Kirschlorbeer fange ich gar nicht erst an. Im Waldgarten trennt mich nur ein Gartenweg von Ackerschachtelhalm und dem Knöterich. Ich fühle den Schmerz.

Das ausgegrabene Material solltest du auf keinen Fall auf den Kompost werfen, da sich invasive Arten sonst erneut verbreiten könnten. Besser ist es, das entfernte Material in die Restmülltonne, Grünabfalltonne (falls ihr sowas habt) oder zur örtlichen Grüngutsammelstelle zu bringen.
Um anschließend zu verhindern, dass die Flächen schnell wieder überwuchert werden, empfehle ich dir, sofort heimische, schnell wachsende Sträucher und Wildstauden anzupflanzen. Arten wie Kornelkirsche, Holunder, Weißdorn oder Haselnuss eignen sich sehr gut als schnell wachsender Ersatz, falls ihr das pflanzen dürft. Dazwischen kannst du robuste heimische Wildstauden wie Wilde Malve, Beinwell, Storchschnabel, Wilde Möhre oder Glockenblumen setzen. So verhinderst du, dass die unerwünschten Arten schnell zurückkommen, und sorgst gleichzeitig für Lebensraum für heimische Insekten und Vögel.
Zum Erkennen und Unterscheiden der Pflanzen empfehle ich dir übrigens Apps wie Flora Incognita oder Pl@ntNet, mit denen du schnell feststellen kannst, was einheimisch oder invasiv ist.
Also: Mein Beileid und viel Erfolg euch!
Worauf sollte man bei einem Insektenhotel achten?
Beim Bau eines Insektenhotels ist vor allem das richtige Material wichtig: Gut geeignet sind abgelagertes Hartholz (z. B. Esche) sowie Bambus- oder Schilfröhrchen. Wenn du Holz verwendest, bohre möglichst ins Längsholz, da Löcher ins Hirnholz leicht Risse bilden, die Wildbienen meiden. Wichtig ist außerdem, dass die Bohrungen glatt und frei von Holzsplittern sind, damit sich die Tiere nicht verletzen.
Unterschiedliche Wildbienenarten bevorzugen unterschiedliche Durchmesser: Für die Gehörnte Mauerbiene eignen sich Löcher mit etwa 9 mm, für die Rote Mauerbiene etwa 8 mm. Generell deckst du mit Bohrlochgrößen zwischen 3 und 9 mm die meisten Arten gut ab. Bohre tief genug, aber nicht komplett durch das Holz, sodass nicht an einem Ende plötzlich eine Öffnung ist.

Befestige das Insektenhotel an einem sonnigen (ideal: Süd-Ost-Ausrichtung der Öffnungen), regen- und windgeschützten Platz mit freier Anflugbahn. Um Spechte und andere Vögel fernzuhalten, bringe am besten Hasendraht im Abstand von etwa 20 cm davor an.
Ich habe für den Balkon mal eine Palette mit kleinen Blumenkästen drin bekommen. Da sie im Sommer jedoch sehr schnell austrocknen, hat es mit der Bepflanzung bisher nicht so super geklappt. Hast du eine Idee, mit welchen Pflanzen ich es mal probieren könnte? Am besten etwas, das wenig Platz braucht und Trockenheit gut verträgt?
Mauerpfeffer und Co. all the way! Ernsthaft, ich habe einige dieser kleinen Balkonkästen im Dachgarten, und während ich die früher richtig bepflanzt hatte und echt dauernd gießen musste, hatte ich irgendwann aufgegeben. ALLERDINGS hatte ich darin Mauerpfeffer, Hauswurz und Co., und die haben sich einfach komplett darin ausgebreitet:

Ich hab da auch Zwiebeln von Traubenhyazinthen drin:

Im Frühjahr ist es da ja noch feucht genug für die. Im Sommer sind dann nur diese Sukkulenten drin und das sieht einfach auch echt nett aus.


Alle 14 Tage denke ich an die und spritze mal mit dem Gartenschlauch rein, wenn ich die anderen Pflanzen gieße. Meist vergesse ich sie aber komplett. Wenn sie blühen, sieht das auch richtig toll aus, und die Bienen und anderen Bestäuber fahren total drauf ab.


In unserem Garten wächst 3G – Ganz Großer Giersch. Bisher rücken wir ihm mit Zupfen zu Leibe. Storchschnabel gab es schon, der ist gut für die Verdrängung. Nun wollen wir es mit schnell wachsender Blumenmischung versuchen. Wie sind deine Tipps bei Giersch?
Im Waldgarten haben wir den auch an einer Stelle, und er ist auf jeden Fall auf dem Vormarsch. Was soll ich sagen? Ich arrangiere mich mit ihm. Es gibt kein Zaubermittel, es bleibt echt nur zupfen, zupfen, zupfen und eben, wie du es auch machst, Storchschnabel und andere höhere Pflanzen setzen, weil er einfach nicht gern beschattet wird.
Stört er dich denn da, wo er wächst? Ich merke oft, dass Leute so etwas reflexartig loswerden wollen, weil es ein “Unkraut” ist und “man das halt rausreißt”, allerdings beschattet er den Boden, schützt ihn vor Erosion, bewahrt die Feuchtigkeit und eigentlich finde ich ihn auch ganz hübsch als Bodendecker, außerdem ist er essbar als Gemüse. Wenn er blüht bildet er wunderschöne Dolden und ist ein absoluter Insektenmagnet! Wir kaufen Schafgarben und reißen Giersch raus, wenn man mal drüber nachdenkt, ist das echt … seltsam. Ich hab deshalb an den Rändern des Bestandes ganz dicht Storchschnabel gepflanzt, sodass der Giersch faktisch eingekesselt ist. Und da, wo er wächst, darf er das auch.
Tut mir leid, dass ich hier keine Geheimwaffe oder so etwas für dich habe, vielleicht seufzt du gerade genervt. Aber was mir echt geholfen hat ist mich zu fragen, ob Pflanze XY da wirklich stört und weg muss, oder ob ich diese “das ist “Un”kraut, das muss weg”-Brille aufhabe. Ansonsten hilft nur Ausdauer und Muskelschmalz.
Woher beziehst Du Deine Pflanzen? Bestellst Du sie? Und wenn ja, hast Du einen Tipp für einen guten Anbieter? Vielen Dank!
Das wird ganz oft gefragt, deshalb kopiere ich die Antwort einfach aus den anderen Sprechstunden :D
Ich bestelle meine Pflanzen meistens im Internet, da da mehrere Fragen kamen, mache ich das direkt alles: Die Gehölze bei Baumschulen wie die Baumschule Horstmann, da hatte ich ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, und auch wenn mal was nicht okay ist, ist der Service makellos. Das kam aber erst einmal vor (habe da schon rund 50 Gehölze und einige Stauden bestellt). Stauden und ähnliches kaufe ich gern bei Lichtnelke Pflanzenversand, wobei die mir irgendwie in letzter Zeit etwas zu teuer für mein Budget geworden sind … Zwiebeln hole ich gern bei Gräfin von Zeppelin, die haben tolle Sorten, und bei Dutch Grown, Horstmann und manchmal bei Poetschke. Rosen gern ebenfalls der “Gräfin”, bei Horstmann, aber auch beim Rosenhof Schultheis. Nein, das ist keine Werbung oder so ;). Your experiences may vary.
Saatgut: Ich nehme fast ausschließlich samenfeste Sorten, weil ich selber gern Saatgut gewinne. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit Bingenheimer, Demeter (hier ignoriere ich geflissentlich das Anthro-Zeug, das Saatgut hat ne super Qualität und ich kaufe das nur einmal, um danach immer selber Saatgut zu gewinnen), Sativa und Reinsaat. Ich denke, die vier sind meine Favoriten. Richtig gute Tomatensamen habe ich vom Kleverhof, da gibt es tolle und ungewöhnliche Tomatensorten. Mit Kiepenkerl habe ich gemischte Erfahrungen, da haben ein paar Sachen nicht so toll geklappt; allerdings weiß man nie, ob es am Saatguthersteller liegt oder daran, dass der Händler das Saatgut beispielsweise nicht korrekt gelagert hat.
Schwermetalle im Gartenboden – was kann ich anpflanzen, was nicht? Kann ich das Gemüse essen?
Puh. Schwierig. Als erstes würde ich eine Bodenprobe in einem Labor machen lassen. Das geht zum Beispiel hier (Abre numa nova janela) oder hier (Abre numa nova janela). Da bekommt man auch Infos dazu, wie schlimm es ist. Ganz ehrlich: Unter meinem Waldgarten liegt ein Teil eines KZ, in dem auch Rüstungen gefertigt wurden. Zudem gab es dort auch Bombeneinschläge in der Nähe. Letztlich wurde alles nur planiert und vergraben, und da war mir direkt klar, dass ich es gar nicht erst versuche. Viele Kleingartenanlagen sind auf Kriegsschutt und Co. gebaut, weshalb es dort oft zu Schwermetallbelastungen kommt. Ich habe mich deshalb und aus anderen Gründen deshalb direkt für (sehr hohe) Hochbeete entschieden, da gerade so schnellwachsende Blattgemüse wie Salat Schwermetalle einfach schnell aufnehmen.
Hier im Interview erklärt eine Expertin, dass sich Schwermetalle und Co. eher nicht in Früchten einlagern, die Früchte von Bäumen also kein Problem darstellen:
https://www.rbb-online.de/rbbpraxis/rbb_praxis_service/ernaehrung/interview-stadtobst-wie-gesund.html (Abre numa nova janela)Und hier gibt es von der Stadt Nürnberg einen richtigen Leitfaden zum Thema als PDF zum Download:
Wie kann man im Kleingartenverein nachhaltig gärtnern? Wir haben einen Pachtgarten und gefühlt jede Auflage macht es uns schwer, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Keine Blühstreifen, kein "Unkraut".
Kann man. Das ist so ein großes Thema, dass ich das gern einmal gesondert behandeln will, nur so viel: Im Bundeskleingartengesetz sind Totholzecken, Beikräuter und so weiter mittlerweile explizit empfohlen! Viele Kleingartenanlagen setzen sich darüber hinweg, aber das ist wirklich so komplex, das würde ich gern mal ausführlicher thematisieren.
So, mehr Fragen schaffe ich nicht, aber ich habe zumindest die meisten abarbeiten können – ich hoffe, das ist okay!
Hier könnt ihr eure Fragen für den Mai lassen:
Bis zum nächsten Mal! :)
Jasmin
Ich würde mich total freuen, wenn du meine Arbeit mit einer Mitgliedschaft unterstützt. Das hilft mir, meine Krankenkasse und meine Vermieter glücklich zu machen (und letztlich dann auch mich, vor allem als chronisch Kranke :D), außerdem bezahlt das nicht nur die Leckerlies für die Hunde, sondern auch Samen, Pflanzen und Co., die ich für Gartenexperimente brauche. Danke, dass dir Content etwas wert ist!
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