Unverhüllt der Dom und Altstadtperspektiven
Liebe Kulturinteressierte,
heute gibt es einen Newsletter außer der Reihe, denn ich möchte euch gerne auf eine Ausstellung aufmerksam machen, die noch bis zum 13. April (außer am Montag) in der Michaelskapelle am Domplatz zu sehen sein wird. Mit dieser Ausgabe verabschiede ich mich ebenfalls in die Osterferien und freue mich danach auf neue Themen.
Viel Spaß beim Lesen!
Vernissage auf dem Domberg
Musikalisch eingeleitet und charmant begleitet von Jürgen Fritsche entfaltete sich in der Michaelskapelle eine Ausstellung, die den Blick auf Vertrautes neu ausrichtet.
Hausherr Generalvikar Dr. Wolfgang Pax sprach in seinen Grußworten von der Spannung zwischen Verhüllung und Unverhüllt sein. Während Verhüllung oft die Neugier steigere, so mache die Fotografie in dieser Ausstellung genau das Gegenteil: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was wir unzählige Male gesehen, aber nie wirklich wahrgenommen haben. Mit ihren Fotografien gelingt es Torsten und Alexandra Wagner, neue Blickwinkel auf scheinbar Altbekanntes zu eröffnen. Auch Teile des Doms seien gerade verhüllt, doch dies diene nicht dem Steigern der Aufmerksamkeit, sondern ist eher zweckmäßig und er sei froh, wenn die Verhüllung wieder weg ist. Er hegt die Hoffnung, dass 2026 mit der Generalsanierung begonnen und diese bis 2029 abgeschlossen ist.
Auch Landrat Michael Köberle zeigte sich beeindruckt: Die Ausstellung sei für ihn etwas Besonderes, da die Fotografien seine Heimat zeigen. Sie seien das Ergebnis des perfekten Moments, des richtigen Lichts und des gekonnten Timings. Jürgen Fritsche brachte es auf den Punkt: "Was ist das Schwerste an der Kunst? Dass sie mühelos erscheint."
Die ausgestellten Werke sind nicht nur eine Hommage an die Architektur und den Stadtraum, sondern auch an die Kunstfertigkeit des Handwerks. Neben den kontrastreichen Fotografien erzählen die Schmuckstücke von Heidrun Steiner, ausgebildete Goldschmiedin und Gemmologin, ihre eigenen Geschichten. Sie kombiniert Goldschmiedekunst und Steine. Die Verbindung zwischen Fotografie und Goldschmiedekunst in dieser kleinen, feinen Ausstellung, zeigt eindrucksvoll, wie sich Ästhetik in verschiedenen Formen ausdrücken kann.

Fotografie als Teil der Kultur
Seit ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert ist die Fotografie ein Medium der Dokumentation, der Wissenschaft und der Kunst. Sie hat unser Verständnis von Geschichte geprägt, Erinnerungen bewahrt und die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, tiefgreifend verändert. Die Möglichkeit, einen Moment in Bruchteilen von Sekunden festzuhalten und für die Ewigkeit zu bewahren, macht sie zu einem einzigartigen kulturellen Gut.
Heute hat jeder das passende Werkzeug dabei, um ein Foto zu knipsen. Schnell das Smartphone rausgeholt und den Moment festgehalten. Unzählige Fotos werden täglich geschossen und der Moment konserviert. Da stellt sich doch die Frage, wann Fotografie zur Kunst wird. Frühe Fotografien dienten oft rein dokumentarischen Zwecken. In der Moderne setzte sich die Erkenntnis durch, dass der künstlerische Ausdruck nicht von der Technik abhängt, sondern von der Intention des Künstlers. Die bewusste Wahl von Perspektive, Licht und Komposition unterscheidet die künstlerische Fotografie von bloßen Abbildern der Realität.
Die Ausstellung in der Michaelskapelle führt dies eindrucksvoll vor Augen: Hier ist Fotografie nicht bloße Reproduktion, sondern Interpretation, Emotion und Erkundung eines neuen Blickwinkels. Ein unverhüllter Zugang zu Ästhetik und zur Kunst des Sehens.

Daher kann ich Euch nur empfehlen, die Ausstellung zu besuchen, um Heimat nochmal neu kennenzulernen. Sie hat bis zum 13. April (außer montags) immer von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Die beiden haben auch ein Buch mit Fotografien zum Limburger Dom herausgebracht. Ein wunderbarer Bildband mit völlig neuen Blickwinkeln, unbekannten Ecken und wunderbaren bildlichen Kompositionen. Mehr dazu findet ihr auch bei mir im Blog (Opens in a new window).
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Zum Schluss
In Bad Camberg lädt der Kurpark bis Ostern bereits zum zweiten Mal zum Kreuzweg ein. Auf Initiative der freien evangelischen Gemeinde hin haben sich verschiedene Gruppen der evangelischen, freien evangelischen und katholischen Gemeinden, sowie der Stadt Bad Camberg und weiteren Ortsgruppen zusammengeschlossen, um wieder einen gemeinsamen Kreuzweg zu gestalten.
Die unterschiedlichen Gruppen haben 14 Stationen der Passionsgeschichte Jesu, die den zentralen Punkt des Christentums „Leiden und Auferstehung Jesu“ veranschaulichen, gestaltet. Entstanden sind wundervolle Kunstwerke, die zum Nachdenken anregen und zur Meditation einladen. Die Installation wird bis zum 27. April 2025 im Kurpark Bad Camberg zu sehen sein.
Ich wünsche euch schöne Ostern,
Liebe Grüße
Heike
Über mich:
Ich bin jahrelang als freie Journalistin im Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs gewesen und habe ein besonderes Interesse am Ehrenamt und der Kultur. In Teilzeit bin ich beim DRK-Kreisverband Limburg für die Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Neben dem Kulturnewsletter schreibe ich noch einen touristischen Blog zu den Sehenswürdigkeiten im Landkreis (Opens in a new window).
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