Was macht eine gute Übung wirklich aus?
Hallo, du bist mittendrin in der“Übezeit”. Jeden Freitag um 11 Uhr gibt’s hier einen wertvollen Übe-Tipp direkt ins Mail-Postfach. Als Supporter*in bekommst du den vollen Artikel, Zugang zu Sonderfolgen “In der Sprechstunde” und viele weitere exklusive Inhalte, die deine Übezeit auf das nächste Level heben. 🔓 Jetzt Supporter*in werden und nichts verpassen!
Lesezeit: 3 Minuten (perfekt für die Übe-Pause)
Wir finden des Pudels Kern 🐩
Üben ist nicht gleich Üben. Diesen Kalenderspruch realisieren wir alle spätestens dann, wenn eine Stelle trotz zahlreicher Wiederholungen einfach nicht besser werden möchte. Meist schaltet sich unser Kopf dann auch noch verzweifelt ab, was das Dilemma weiter verstärkt. Wie schaffen wir es also, richtig zu üben?
Für die neue “Wie übt eigentlich..?” Podcast-Folge habe ich mich mit Querflöten-Professorin Anne-Cathérine Heinzmann in Essen getroffen. Sie verrät, was eine gute Übung ausmacht:
“Eine gute Übung hat Rhythmus, Richtung und Wiederholung.”
Die eine Stelle, die alles verändert
Üben wir eine Passage, dann gibt es meist eine Mini-Zelle (ein Schlag oder sogar noch weniger), die hakt. Allerdings wiederholen wir meist zu viel Material und schließen großzügig auch Takte ein, die bereits funktionieren. Unsere erste Aufgabe ist es daher, genau die Zelle ausfindig zu machen, die uns wirklich Schwierigkeiten bereitet. Das kann eine Griffkombination oder Fingersatz, eine rhythmische Unklarheit oder eine koordinative Herausforderung sein.
Von dieser Zelle gehen wir nun aus und bauen uns unsere eigene Übung.

Wir machen unsere eigene Übung
In diesem Beispiel könnte sowohl der ungewöhnliche Sprung von H auf F als auch die rhythmische Platzierung der Noten auf die korrekten Zählzeiten herausfordernd sein. Im Falle des großen Sprungs isoliere genau diese Tonverbindung und nähere dich ihr an. Dies könntest du so angehen:
👉 Erkunde den Tonraum, indem du diatonisch von H zu F übst.
👉 Erkunde die Nachbartöne und nähere dich dorthin in Sprüngen.
👉 Nutze unterschiedliche Fingersätze und Griffe - auch solche, die du später nicht mehr nutzen würdest - (Tipp für Trompeter: Greif mal mit links)
Klappt der Sprung? Super, dann kannst du deine Zelle vergrößern und Töne davor und dahinter mit in deinen Übe-Loop nehmen.
Bereitet dir die Stelle rhythmisch Kopfzerbrechen, versuche die Platzierung der Töne mithilfe von Rhythmussprache und Klatschen zu präzisieren. Gehe auch hier akribisch auf Spurensuche und finde heraus, welcher Schlag dir am schwersten fällt.
👉 Lass Töne weg oder ergänze weitere 16tel-Noten hinzu, um mehr Verständnis für die Stelle zu entwickeln.
👉 Arbeite mit Betonungen auf bestimmte Zählzeiten.
🎯 Mach mit bei der 30-Tage-Übe-Challenge im April!
Du willst im Frühling durchstarten - mit Fokus, Struktur und Spaß? Dann sei bei der 30-Tage-Übe-Challenge dabei.
Hier geht’s zum kostenlosen Übe-Challenge PDF.
Wie du Variation in dein Üben bringst
Das Finden der Mini-Zelle ist unser erstes Ziel. Bist du hiermit erfolgreich gewesen, gilt es einen Loop (also eine “Endlosschleife”) daraus zu bauen. Achte darauf, nicht nur mechanisch zu wiederholen sondern aktiv zu variieren. Inspirationen dazu findest du in früheren Übezeit-Ausgaben.
Was macht für dich eine gute Übung aus?
Welche Aspekte machen für dich eine gute Übung aus? Kreierst du für dich oder deine Schüler*innen auch eigene Übungen? Teile deine Erfahrungen mit mir und der Community. Schreib mir einfach eine Email (Si apre in una nuova finestra) oder schicke mir eine DM auf Social Media (Si apre in una nuova finestra). Aus allen Einsendungen entsteht dann in den nächsten Wochen ein Blog-Artikel mit noch mehr Tipps!
🎧 Die ganze Folge gibt’s am Montag
Die gesamte Folge mit Anne-Cathérine Heinzmann erscheint am Montag, 31.03. Alle Steady-Supporter*innen hören wie immer schon einen Tag vorher die Episode. Mehr Infos gibt’s hier: