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Der 07. März in der Geschichte

Sonntags gibt's frei, Napoléon sagt "Da bin ich wieder!" und Cornflakes kommen auf den Tisch

161 – Der römische Kaiser Antoninus Pius reißt die Hufe hoch, weswegen sein 40-jähriger Adoptivsohn Mark Aurel an die Macht kommt. Aber weil der denkt, dass er das alleine nicht schafft, bestimmt er Lucius Verus zum Mitkaiser, wobei er deutlich macht, dass er der Herr im Ring ist. Vorsichtshalber macht Mark Aurel seinen Sous-Chef Lucius Verus noch zum Schwiegersohn, indem er ihm seine 13-jährige Tochter gibt. Da hat sie sich bestimmt gefreut.

321 – Der römische Kaiser Konstantin der Große sagt: »Wisst ihr, was echt dufte wäre? Wenn man sonntags frei hätte. Und wisst ihr, wer so etwas bestimmen kann? Ich. Also: Sonntags ist jetzt frei.«

1815 - Das fünfte Regiment, welches in den Süden von Frankreich geschickt worden war, um Napoléon wieder zurück nach Elba zu schaffen, findet den ehemaligen Herrscher. Der steigt ruhig von seinem Pferd ab und läuft bis in Schussweite der Waffen des Regiments. Dann sagt er: »Hier bin ich. Tötet euren Kaiser, wenn ihr wünscht!«

Die Soldaten schauen sich an und denken: »Ja ... hm ... ach ... also ...«

Dann rufen sie »Es lebe der Kaiser!« und marschieren zusammen gegen Paris, wo der König Muffensausen bekommt und lieber nach Belgien abhaut.

1876 – Alexander Graham Bell erhält ein Patent für die Erfindung des Telefons. Zwar funktioniert das, was er sich ausgedacht hat, überhaupt nicht, aber egal ... Hauptsache er ist der Erste. Tatsächlich kommt Elisha Gray, der tatsächlich ein detailliertes, funktionsfähiges Patent für das Telefon anmelden will, zwei Stunden zu spät. Bell wird dann später die Arbeit von Gray benutzen, um »seine« Erfindung nutzbar zu machen und in die Geschichte einzugehen. Der Name Elisha Gray ist zumindest den meisten nicht so geläufig. 

1897 – Der US-amerikanische Arzt John Harvey Kellogg lässt in seinem Sanatorium in Battle Creek, Michigan, erstmals Cornflakes servieren, die er zusammen mit seinem Bruder Will entwickelt hat. Seiner Meinung nach dienen sie der Gesundheit, weil er überzeugt ist, dass Zahnschäden und Verstopfung vor allem auf ungenügendes Kauen zurückzuführen sind. Allerdings war er auch überzeugt, dass 90% aller Krankheiten von Magen oder Darm ausgehen und ein Ausleben von Sexualität total falsch ist. Aus letztem Grund leben er und seine Frau übrigens auch in getrennten Wohnungen. Komischerweise haben sie nie Kinder bekommen.

Kellogg und sein Bruder Will zerstreiten sich später übrigens, weil sein Bruder meint, dass man den geschmacklosen Cornflakes durchaus Zucker beigeben könnte. Sie sprechen danach nie wieder miteinander. Will Kellogg gründet dann später die Firma, die zur Kellogg Company werden wird.

1914 – Nachdem die europäischen Großmächte gegenüber den Albaniern gesagt hatten »Ja, jut, dann macht halt euer eigenes Ding und werdet ein Staat«, zwingt man ihnen ein Staatsoberhaupt auf, das an diesem Tag samt Frau und Kindern im Land ankommt. Wilhelm Friedrich Heinrich Prinz zu Wied wird zu Fürst Wilhelm I. und findet sich in einem Schloss wieder, das eher ein zweistöckiges Einfamilienhaus ist und deutlich unter dem Luxus liegt, den er aus Deutschland gewöhnt ist. Von Land und Leuten hat er auch keine Ahnung, also sind schnell viele dabei, an seinem Stuhl zu sägen. Sechs Monate hält er sich auf dem Thron, dann muss er nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs fliehen. Er meldet sich wieder bei der deutschen Armee, was ihm im Endeffekt den Thron kostet, denn nach dem Krieg haben die Siegermächte irgendwie keinen Bock darauf, einen Kerl auf den albanischen Thron zu setzen, der gerade gegen sie gekämpft hat.

1936 – Hitler schreit: »Äch wäll das Rheinland zuröck!«, also rückt die Wehrmacht da ein. Deutschland übertritt damit gleich zwei Nachkriegsverträge, Die anderen Länder schauen etwas miesepetrig und sagen dann: »Na ja, vermutlich gibt er dann jetzt endlich Ruhe ...«

1945 – Deutsche Soldaten versuchen die Ludendorff-Brücke in Remagen - die letzte intakte Brücke über den Rhein – zu sprengen, um den Vorstoß der alliierten Truppen zu behindern. Dummerweise hat man aber nicht den Sprengstoff bekommen, den man eigentlich haben wollte, weswegen die Brücke nur ein wenig abhebt, dann aber – mit relativ geringen Schäden – liegenbleibt. In den darauffolgenden Tagen setzen 18 Regimenter über und lassen Hitler wie den Deppen aussehen, der er ist. Und weil er so ein Idiot ist, lässt er gleich noch die für die Sprengung zuständigen Offiziere hinrichten. Zehn Tage danach stürzt die Brücke dann letztlich ein, hat aber dazu beigetragen, dass den Nazis etwas früher der Garaus gemacht wird.

1946 – In der sowjetischen Besatzungszone – der späteren DDR – wird die Freie Deutsche Jugend (FDJ) gegründet, weil man da immer noch der Meinung ist, dass die Idee der Hitlerjugend irgendwie klasse war. So kann man wenigstens schon Kinder ordentlich auf Linie bringen.

1971 – Der WDR strahlt die erste Folge von »Die Sendung mit der Maus« aus. Es gibt Lach- und Sachgeschichten, wobei die Lachgeschichten zum Teil eher zum Gruseln sind, zumindest wenn es sich um tschechoslowakische Zeichentrickserien handelt.

1979 – US-Präsident Jimmy Carter zu Menachem Begin, Israels Ministerpräsidenten, und Anwar as-Sadat, Ägyptens Präsidenten: »Leute, es wäre wirklich mal an der Zeit, dass eure beiden Ländern ordentlich chillen.« Begin und Sadat fassen sich an die Stirn: »Ja, Mensch, dass wir da nicht vorher drauf gekommen sind!« Ende des Monats wird aus seinem Bestreben dann der israelisch-ägyptische Friedensvertrag.

2004 – In Hagen, Nordrhein-Westfalen, wird der »Lange Oskar« gesprengt, ein 98 Meter hohes Bürohochhaus der Sparkasse. Es ist die bis dahin größte Sprengung eines Hochhauses in Europa. Einen entsprechenden Terz machen deswegen auch die Stadt und die Medien darum. Im WDR wird die Sprengung live übertragen und in der Stadt bieten Hotels Übernachtungen mit »Sprengfrühstück« an. Vermutlich ärgern sich irgendwo irgendwelche Leute darüber, dass man nicht viel öfter große Gebäude in die Luft jagen kann.