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Vom Anfang, einer Holding und dem Glück auf dem Weg.

Neulich hat der Mann an meiner Seite eine Holding gegründet und zwar am Montag gegen 16:30, also ziemlich genau zu der Zeit, als ich bereits 12 sehr lange Minuten an der Rewe Kasse stand und versucht habe, mein brüllendes Kind zu bändigen. (Natürlich nur zum Schein. Als erfahrene Mama weiß ich, dass nichts auf der Welt darüber hinweg trösten kann, dass die Mama die Kaugummis nicht kauft. Also zumindest nicht alle. Aber wenn man völlig ungerührt daneben steht, kommt das nicht so gut an bei den Augen- und vor allem Ohrenzeugen. Ahem.)

Jedenfalls stand ich da und habe meine Nerven vor meinem inneren Auge wegschmelzen sehen und der weltbeste Mann hat in der Zwischenzeit eine Holding gegründet. Um ganz genau zu wissen, wie weit ich davon weg bin eine Holding zu gründen - dafür müsste ich nachschauen, was eine Holding nochmal ganz genau ist. (Er hat mir das natürlich erzählt, aber beim Feierabend auf dem Balkon bin ich oft so von Glückseligkeit ergriffen (weil: Feierabend), dass ich mir so was nicht haargenau merken kann.)

Wir müssen ja jetzt auch nicht ganz genau wissen, was eine Holding ist, Fakt ist auf der Skala von „Holding gründen“ bis „keine Holding gründen“ tauche ich noch nicht mal auf. Der Rewe ist auf einer ganz anderen Skala. Und so ohne Holding und ohne die weggeschmolzenen Nerven stehe ich manchmal so da, so wie in dem Moment, in dem mir meine 3-Jährige freudestrahlend ihre beiden Fäuste hinhielt und „die oder die Hand?“ sagte. Ich wollte rechts - die war leer. Dann wollte ich links - die war auch leer. Sie freute sich, weil sie das Ziel des Spiels noch nicht geschnallt hatte und sprang fröhlich von dannen. Und ich stand da, mit zwei leeren Händen. Ohne Holding und ohne die weggeschmolzenen Nerven.

Da merkt man es wieder: Als Mama mit beruflichen Ambitionen brauchst du einen verdammt langen Atem. Die Faktoren, die mich hier hergebracht haben, würde ich nicht ändern wollen. (Meine biologisch veranlagte Gebärfähigkeit! Dass mein Mann Gründer und Unternehmer ist und ich ihn unterstütze, wenn er mal wieder was gründet und unternimmt! Dass ich gerne die ersten Jahre mit meinem Kindern verbringen wollte!). Es war alles so, wie es war und ich würde es wieder so machen, auch wenn ich dann wieder so viele Jahre nach meinem Studienabschluss immernoch auf der Rewe-ohne-Nerven-Skala bin und weiß: Ich brauch noch einen Moment.

Vor kurzem ist mir der Trailer von „Die Braut, die sich nicht traut“ über den Weg gelaufen. Nur ein paar kurze Ausschnitte des Films haben mich direkt emotional zurück katapultiert in die Teeniezeit und was da alles vor einem lag: den Traummann finden, mit dem Traummann verliebt und glücklich sein, eine Traumhochzeit haben, eine Traumfamilie gründen. Und jetzt kommt das Krasse: All das habe ich gemacht. Ja, ich kotze im Alltag (sprichwörtlich erst letzte Woche), weil wieder eins der Kinder kotzt (wortwörtlich letzte Woche), ich struggle mit Erziehung, mit den unfassbaren Bedarf an neuen Kleidern und Schuhen, mit den leeren Händen und der ganz generellen Überforderung. Aber trotzdem ist es unfassbar schön, wertvoll und traumhaft, was ich so alles habe. Und wenn ich heute könnte, würde ich zur 15jährigen Version meiner Selbst gehen und sagen: „Genieß es! Was da alles vor dir liegt! Genieße jede einzelne Phase! Genieße jede Herausforderung und genieß das Glück auf dem Weg! Wie spannend, woohoo!“.

Gott sei Dank sind mir noch tatsächliche Beispiele eingefallen, die belegen: Ich hab es genossen. Ich hab mit 17 Jahren mit meiner neuen Flamme Kakao getrunken und der Kellner hat uns Strohhalme gebracht, weil wir die ganze Zeit Händchen halten mussten. Ich hab Serrano in Sevilla gegessen und bis nachts um 3 getanzt während/anstatt zu studieren. Ich hab in NYC gelebt und mich mit Inbrunst in Hochzeitsvorbereitungen und Geburtsvorbereitungen reingesteigert. Ich habe gemalt, Foto-Shootings gemacht, genäht, erfunden, Videos gedreht, getextet, gewerkelt und mich kreativ ausgetobt (mach ich noch heute).

Und Gott sei Dank ist mir angesichts meiner zwei leeren Hände und der vielen Arbeit und angesichts von Brüllen-an-der-Kasse statt Holding eingefallen: Wenn ich mit 80 Jahren auf meinen beruflichen Weg zurück schaue, auf die Zeit, in der ich mir alles aufgebaut habe, auf die Anfänge, wo so vieles ungewiss war, da werde ich der 38jährigen Version von mir mit Sicherheit sagen (und wenn du möchtest, dann sage ich es sehr gerne auch dir):

„Genieß es! Was da alles vor dir liegt! Genieße jede einzelne Phase! Genieße jede Herausforderung und genieß das Glück auf dem Weg! Wie spannend, woohoo!“

A Bini, who’s holding on

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