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Recovery Interview Nr. 7 mit Sarah

Hallo ihr lieben, in dieser Beitragsreihe stelle ich Betroffenen und Angehörigen von psychischen Erkrankungen ein paar Interview-Fragen, wie sie mit den Erkrankungen umgehen, was ihnen hilft und gebe ihnen eine Stimme. Ich bin anna, Selbstbetroffene und freiberufliche Autorin und beschäftige mich mit mentalen Themen. Besonders Recovery, der Weg zur Genesung, Entstigmatisierung und das Meistern des Alltags mit psychischen oder chronischen Erkrankungen, finde ich wichtig. Und zu erkennen: Du bist nicht allein! Diese Reihe ist for free und als Ergänzung zu meinen üblichen Content zu sehen. Ich denke wir können alle viel auch von anderen lernen und mitnehmen.

Wer möchte, kann sich die Interview-Vorlage am Ende des Interviews im SafeSpace runterladen und mir ausgefüllt mit Foto per Mail an good.days.will.come@outlook.de (Si apre in una nuova finestra) zuschicken. Vielleicht erscheint dein Interview dann auch bald hier.

Heute habe ich Sarah im Interview.

  • Wer bist Du, wo kommst Du her und wie alt bist Du? Wenn Du magst, gebe deine Pronomen an. Und wenn ihr mehrere seid (bezieht sich auf multiple Persönlichkeiten), dann das natürlich auch.

Heyhey, ich heiße Sarah, bin 31 Jahre alt und wohne mitten in Hannover.

  • Was ist deine Behinderung/Erkrankung?

Ich bin eigentlich schon die meiste Zeit meines Lebens von verschiedenen psychischen Erkrankungen und wechselnden Symptomen betroffen, die sich über die Jahre immer mal wieder gewandelt haben.

  • Was machst Du beruflich oder wie gestaltest Du deinen Alltag?

Bei mir ist wegen der anstehenden Selbstständigkeit momentan super viel los.

Ich habe aber über die letzten Jahre meiner Recovery so einen Kampfgeist entwickelt, dass ich nicht aufgebe. Erst recht nicht, wenn es schwer wird. Ich versuche so gut es geht auf mich zu achten und mir das zu geben was ich brauche.

  • Wie geht es Dir zur Zeit und was beschäftigt Dich?

Im Laufe meines Lebens habe ich eine Menge Diagnosen bekommen, von denen die meisten heute aber nicht mehr zutreffen! (zB Borderlinepersönlichkeitsstörung, dependente PS, Anorexie etc..)

Ich habe unter anderem eine komplexe PTBS und eine Suchterkrankung. Ich bin Polytox, das bedeutet, dass ich abhängig von mehreren verschiedenen Substanzen bin, die ich in der Vergangenheit auch chaotisch miteinander zusammen konsumiert habe. Heute bin ich aber clean ✌️

  • Was machst Du gerne in deiner Freizeit, hast Du spezielle Interessen?

Bewegung und Sport sind einfach mein Leben. Ich beschäftige mich auch privat super viel damit, indem ich Fachbücher lese oder Videos darüber gucke.

Ansonsten liebe ich Musik und mich mit meinem besten Freund zu treffen und stundenlang zu quatschen.

Aber ich liebe es auch einfach in der Natur unterwegs zu sein und kleine Abenteuer zu erleben.

  • Was bedeutet für Dich Recovery? Und wo würdest Du sagen, stehst Du zur Zeit?

Recovery bedeutet für mich in erster Linie, sich immer wieder dafür zu entscheiden und sich dafür zu committen, mutig und offen zu sein.

Das zu tun, was grade möglich ist, um die Schritte zu gehen die für Veränderung notwendig sind.

Also vor allem auch die Schritte zu gehen, die besonders Anstrengend sind, die Angst machen oder unangenehm sind.

Denn dahinter liegt einfach fast immer das, wonach du dich eigentlich sehnst.

Ich kann nur sagen: Es lohnt sich!

Ich selbst bin in meiner Recovery schon recht weit und habe vieles dadurch erreicht, was ich niemals für möglich gehalten hätte.

Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Ich musste erst mehrere Jahre meines Lebens in Kliniken verbringen, bis ich verstanden habe, was ich tun muss und wie ich den Mut dafür aufbringe.

  • Was ist für dich ein gutes Helfernetzwerk?

Das finde ich gar nicht so einfach zu beantworten, weil ich selbst leider nie so gut aufgestellt war mit Helfern, wie ich es wirklich gebraucht hätte.

Viele Hilfen sind nicht niederschwellig genug zu bekommen war oder die Hilfe, die ich bekommen habe nicht hilfreich für mich war, weil man eigentlich nicht individuell auf mich und das was ich brauche eingegangen ist.

Heute habe ich hauptsächlich meinen Betreuer vom ambulant betreuten Wohnen, der mich mittlerweile seit einigen Jahren begleitet. Dafür bin ich sehr dankbar!

Und ich bin dankbar für meinen Freund und für meinen besten Freund, die immer so gut es geht für mich da sind.

Und für meine Mama, zu der ich mittlerweile eine viel bessere Beziehung habe als früher und die einfach da ist, wenn es drauf ankommt.

Ansonsten verlasse ich mich mittlerweile viel auch auf mich selbst, was für mich persönlich ein krasser Fortschritt ist!

Ich war früher einfach viel zu sehr abhängig von anderen Menschen. Das war absolut nicht gut und langfristig auch nicht hilfreich für mich!

  • Zu welchem mentalen Thema fehlt Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft?

Mir fehlt es nicht an Aufklärungsarbeit, sondern an konkreten Plänen und Hilfestellungen für Betroffene!

Es kann nicht sein, dass wir teils jahrelang auf der Suche nach Therapieplätzen sind.

Es kann ebenfalls nicht sein, dass es Behandlungspausen gibt. Oder das Therapie Angebote oft nur 0815 sind und nicht für die Belange komplex Erkrankter Menschen gemacht sind.

Ich könnte ewig so weitermachen…

  • Wenn Du Skills nutzt: Was sind deine Lieblinge?

Ich benutze mittlerweile eigentlich nur noch gedankliche oder körperliche Skills, also benutze gar keine Gegenstände oder Ähnliches mehr zum skillen.

(Irgendwo liegt noch ein Igelball, den ich für anstrengende Gespräche mal rauskrame!)

  • Notfalltasche: Was muss bei Dir immer mit?

Heute habe ich in dem Sinne gar keine Notfall Tasche mehr…

Was ich immer „dabei“ habe ist mein persönliches Warum, also mein Grund zu recovern.

Mein bester Skill ist und bleibt Sport!

(Einfach underrated!)

  • Dein Lebenstraum oder größere Ziele, gibt es da etwas, das Du erzählen möchtest?

Mein größter Traum ist es mit meiner Selbstständigkeit als Mental Health Fitness Trainerin wirklich etwas bewirken und anderen Betroffenen helfen zu können!

Jeder von uns hat schon mindestens einmal gehört oder sogar schon selbst erlebt, dass Sport und Bewegung bei psychischen Erkrankungen hilfreich sind. Das belegen auch zahlreiche Studien.

Das bringt Betroffenen aber nichts, wenn sie nicht wissen, wie sie das auch wirklich langfristig umsetzen können und wenn sie niemanden an ihrer Seite haben, der sie dabei unterstützt und sich mit sowohl mit psychischen Erkrankungen, als auch mit Bewegung und Training wirklich auskennt.

In Kliniken wird ja mittlerweile viel auf Bewegung gesetzt, es wird mit den Patienten in der Regel aber nie erarbeitet, wie sie das auch zu Hause realistisch für sich beibehalten können.

Deshalb entwickel ich grade ein spezielles Trainings Programm für Menschen mit psychischen Erkrankungen, bei dem sie für sich lernen sollen, wie sie Bewegung für ihre eigene Recovery nutzen können.

Und zwar so, dass sie es wirklich in ihr Leben passt und sie es langfristig, auch trotz schwieriger Umstände und Hürden umsetzen können!

Das ist mein großer Traum und ich wünsche mir sehr, anderen Betroffenen damit zu mehr Energie, Stärke, Selbstvertrauen und Lebensqualität zu verhelfen und dass sie neben Psychotherapie noch einen weiteren Weg für sich nutzen zu können.

  • An welchen Orten fühlst Du Dich sicher?

In der Natur! Am meisten in Wäldern oder in den Bergen.

  • Was würdest Du Betroffenen (von psychischen Erkrankungen) gerne sagen?

Recovery ist möglich. Auch für dich!

Glaub mir, ich weiß wie es ist Jahre seines Lebens in Kliniken zu verbringen, nicht wirklich weiter zu kommen, unendliche Angst davor zu haben wie es grade ist und eigentlich noch mehr vor der Veränderung. Ich weiß wie es ist sich selbst aufzugeben und von sämtlichen Menschen aufgegeben zu werden.

Aber es kann besser werden! Recovery muss auch nicht bedeuten gesund oder geheilt zu werden. Bei vielen Betroffenen ist das auch gar nicht möglich. Auch bei mir nicht. und das ist okay! Sondern zu lernen, so gut es geht, damit zu leben und TROTZDEM Lebensqualität zu haben, glückliche Momente und vor allem auch eine gewisse Freiheit von dem ganzen Mist zu haben.

Fang an FÜR dich zu kämpfen anstatt gegen dich und das wird dich bei deiner Recovery wirklich weiterbringen.

  • Was ist dein Mantra oder Spruch, der Dir Kraft gibt?

Einfach machen - Weniger denken!

The world belong to the brave!

Ich bin NICHT ohnmächtig, ich kann Handeln!

  • Wo kann man Dich finden?

Du findest mich auf Instagram @sarah.moves.strong

Auf meinem Account beschäftige ich mich mit Allem Rund um Recovery und Bewegung und zeige erste Schritte wie auch du mehr Bewegung in dein Leben bringen kannst um langfristig mehr Energie, Stärke und Lebensqualität zu bekommen - Schau gerne mal vorbei!

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für deinen weiteren Weg!

Wer möchte, kann sich die Interview-Vorlage am Ende des Interviews im SafeSpace runterladen und mir ausgefüllt mit Foto per Mail an good.days.will.come@outlook.de (Si apre in una nuova finestra) zuschicken. Vielleicht erscheint dein Interview dann auch bald hier.

Argomento Recovery Interviews

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