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Kompromiss oder berufliche Sackgasse? #Spoonie

Die Realität ist grausam. Besonders um halb eins morgens.

Ich werde wahrscheinlich nie richtig arbeiten gehen können.

Mein Mann steht an 5 Tagen die Woche morgens auf, fährt zur Arbeit, arbeitet, fährt nachmittags zurück, kocht Abendessen, macht dies und das und geht ins Bett.

Ich steh mittags (je nachdem) auf, quäle mich aus dem Bett und bin schon nach dem Badbesuch und Frühstück erschöpft. Haushalt, Termine oder Freizeit. Danach bin ich total durch. Keinen Tag ohne Schmerzen. Spoonie sein lässt grüßen.

Es gab kein Schuljahr ohne Fehlstunden. Kein Jahr ohne krank sein. Es gab kein Semester, wo ich alles geschafft habe und auch keins, wo ich bei allen Kursen war. Nebenjobs hatte ich nie lange, ich hab es körperlich nicht leisten können.

Schon ohne den „psychischen“ Teil, ist es doch unrealistisch- selbst falls ich ein Studium beende - arbeiten zu können. Zu mindest nicht im klassischen Sinne.

Unbefristet Schwerbehindert.

Hätte ich einen Beruf ausgeübt, wäre ich jetzt Erwerbsminderung-berentet. Sackgasse. Zumindest beruflich.

Ich hab das im Freundes- und Bekanntenkreis oft gesehen. Unterschiedliche Sackgassen oder „Kompromisse“

Sandra* ist 36, eigentlich Ärztin, wie ihr Mann Anton. Sandra hat die schwerste Migräneform, chronische Migräne ohne Aura, therapieresistent und selbst der ONS in ihrem Kopf hilft nicht. Nach dem Studium konnte sie nie lange in einer Praxis arbeiten. Aber Sandra wollte unbedingt ein Kind. Vor zwei Jahren bekam sie Theo. Theo ist der Kompromiss. Statt Karriere, ist sie nun Mama. Vollzeit. Und Vollzeit Patientin. Aber ihr Mann ist ebenfalls Arzt und kann das alles finanziell abfangen.

Kontakt haben wir nicht mehr. Seit sie mir detailliert von ihrer Borderline Erkrankung berichtet und von Selbstverletzungen gesprochen hat.

Fiona ist 39. Das Abitur schaffte sie aufgrund ihrer komplexen Erkrankungen nicht. Die Ausbildung allerdings schon. Sie ist verheiratet, ihr Mann hat studiert (sich leider aber zu wenig beworben und hat 2 Jobs, weil es eng ist). Fiona ist seit immer in Therapie und beide wünschen sich ein Kind. Doch sie wissen nicht, ob sie es schaffen. Sie ist unglücklich im Job, aber traut sich die Weiterbildung nicht zu. Ihre „biologische Uhr“ tickt und sie verliert merklich den Lebenswillen.

Ich gehe auf Abstand, habe Sorge, irgendwann in einer ähnlichen Situation zu sein und muss mich abgrenzen, weil sie alles und jeden mit in den Abgrund reißt.

*Namen geändert

Es ist ein schmaler Grat. Die eigenen Lebenswünsche abzuwägen.

Kein Job bedeutet langfristige finanzielle Abhängigkeit.

Kein Job bedeutet auch (bis oder wenn ich es nicht akzeptieren kann) psychische Folgen.

Job/Ausbildung bedeutet Verschlechterung Gesundheitszustand. Mögliche Verschlechterung von dem, was sowieso schon da ist. Es gibt in Deutschland aktuell keine neue Migräne Therapie, die ich noch ausprobieren könnte. Einen ONS wollte mir mein Arzt nicht antun.

Asthma: Den Lungenfunktionstest werde ich wiederholen, aber ob sich der Wert verbessert hat?

Und was mach ich mit meinen kaputten Gelenken?

Da es noch nie eine Arbeitsfähigkeit gab, wird es auch nicht möglich sein, eine herzustellen. Oder?

Was ist mein Kompromiss? Steady? YouTube? Noch ein Buch schreiben?

Ich will so gerne arbeiten, auch wenn es nicht das ist, worauf ich mich mein halbes Leben vorbereitet habe. Aber ich werde alles dafür tun meinen Kompromiss und meinen Frieden damit zu finden!

Argomento Recovery-Learnings

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