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Den Placebo-Effekt gibt es jetzt auch beim Lernen

Jeden Freitag erzähle ich dir von Erkenntnissen übers Gehirn, die du kennen solltest. Heute: Warum du unbedingt erwarten solltest, dass du in dieser Newsletter-Ausgabe super viel Neues lernst.

Zweimal ist mir das jetzt schon passiert in meinem Leben: Nach dem ersten Bier wurde die Stimmung schon besser, mit dem zweiten fühlte ich mich etwas betrunken – bis ich merkte, dass ich alkoholfreie Biere getrunken habe. Ups, schlagartig nüchtern. 

Beide Male war mir das etwas peinlich. Dabei gibt es eine gute Erklärung, ich habe nicht so getan, als sei ich betrunken, ich habe mich wirklich angetrunken gefühlt. Dahinter steckt, wir kennen ihn alle: der Placebo-Effekt. 

Hunderte, wahrscheinlich tausende Studien wurden zum Placebo-Effekt bereits gemacht. Die Logik dahinter ist eigentlich simpel: Man weckt Erwartungen und schaut, ob diese Erwartungen die Gefühle oder das Verhalten der Probant:innen verändern. 

Zuckerpillen gegen Übelkeit

Das haben Forscher:innen (Si apre in una nuova finestra) auch 2006 in Boston gemacht. 270 Patient:innen wollten ihre Schmerzen lindern, in Handgelenken, Armen oder Schultern. Akupunktur oder das gegen chronische Schmerzen eingesetzten Antidepressivum Amitriptylin sollten ihnen helfen, das jedenfalls glaubten die Patient:innen. 

In beiden Gruppen gingen die Schmerzen schon nach wenigen Wochen zurück. Allerdings klagte auch fast ein Drittel der Probant:innen über Nebenwirkungen (der sogenannte Nocebo-Effekt):  Schwindel, Kopfschmerzen und innere Unruhe bei der Tabletten-Gruppe und Hautrötungen, Schmerzen an den Einstichstellen und Schwellungen in der Akupunktur-Gruppe. 

Soweit, so normal. Seltsam nur: Ein großer Teil der Patient:innen hatte gar keine wirksame Therapie bekommen. Stattdessen gab es Zuckerpillen. Und die Akupunkturnadeln wurden nur an die Haut angesetzt, durchgestochen wurden sie nicht. 

Der Placebo-Effekt ist biochemisch nachweisbar ...

Der Placebo-Effekt ist mittlerweile gut erforscht, und tritt in durchaus witzigen Ausmaßen auf: Rote Placebo-Tabletten wirken besser als weiße, eine Spritze besser als eine Pille, teure Medikamente haben größere Effekte als günstige. 

Was passiert dabei im Körper? Das scheint sich von Fall zu Fall zu unterscheiden. Mittlerweile ist man sich aber sicher: Es passiert dabei etwas im Körper, es kommt zu biochemischen Veränderungen, es handelt sich nicht nur um ein pschologisches Phänomen. (Wie schwer diese Unterscheidung ist, schauen wir uns an anderer Stelle nochmal an). Forscher:innen aus München haben beispielsweise Patient:innen eine Scheinbehandlung gegen Übelkeit gegeben und festgestellt (Si apre in una nuova finestra), dass sich 74 Proteine im Blutbild verändert hatten. Nicht schlecht für eine Behandlung, die eigentlich nichts gemacht hat.

... und hilft auch beim Lernen?

So. Das alles mussste ich euch kurz erzählen, damit ihr versteht, warum ich eine neue Studie (Si apre in una nuova finestra), die am 6. September erschienen ist, so beeindruckend fand. Forscher:innen fanden heraus: Anscheinend gibt es den Placebo-Effekt auch beim Lernen. 

Fast 200 Testpersonen machten umfangreiche kognitive Tests, um herauszufinden,  was ihre kogntivie Ausgangslage ist. Für alle folgte eine kogntive Trainingsphase mit zehn Sitzungen. 

Entscheidend für den Placebo-Nachweis: Die Hälfte der Testpersonen erhielt  eine Einführung, in der positive Erwartungen gegenüber dem Training geweckt wurden, eine Besserung der geistigen Leistungen in nahezu allen Bereichen! 🥳Der anderen Hälfte wurde erklärt, dass das Training zwar die Leistungen in trainierten Bereich verbessert, aber die kognitive Leistung in anderen Bereichen mindert 🥲

Und tatsächlich: Die Gruppe, in der positive Erwartungen geweckt wurden, schnitt in den kognitiven Tests später signifikant besser ab als die Gruppe, in der negative Erwartungen geweckt wurde. 

Echte Brains können hier weiterlesen und erfahren, was diese Erkenntnis für ihren Alltag bedeutet 😇

Echtes Brain werden! (Si apre in una nuova finestra)

Argomento Wie das Gehirn lernt

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