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30 Jahre und wissen, wohin!

8. Dezember 2023

Liebe Lesende,

was haben Sie mit 30 gemacht? Nicht mehr so viel Blödsinn? Und Sie waren gefestigt und wussten, wohin es geht? Genau so hat Moderatorin Jasmin Schomber den Landkreis Dahme-Spreewald beim Festakt zum 30. Geburtstag am Mittwochabend beschrieben. Und falls bei Ihnen die 30 schon zu lange her ist - Tipps für den Renteneintritt gab es auch. Denn für Landrat Stephan Loge war es eine der letzten Sitzungen, die er in dieser Funktion im Kreistagssaal erlebt. Nach vielen staatstragenden Reden und Lobesworten während des Festaktes und erfrischenden musikalischen Interventionen der Kreismusikschule habe ich Gäste gefragt, welcher ihr denkwürdigster Moment in 30 Jahren Landkreis war…

Kreisarchivar Thomas Mietk, der an diesem Abend für sein weit über die Dienstpflichten hinausgehendes Engagement geehrt wurde (s.u.), nannte den wohl berühmtesten und internationalsten Moment der Kreisgeschichte: die Absage der Eröffnung des Flughafens BER im Jahr 2012. Vor allem wegen Brandschutzmängeln hatte die Bauordnungsbehörde ihre Zustimmung nicht geben können, und Stephan Loge wurde “zum Landrat, der die BER-Eröffnung platzen ließ”. Das sei schon außergewöhnlich gewesen, welche Macht der kommunalen Ebene plötzlich zukam, sagt Thomas Mietk. “Es war der Landrat, der das entscheiden musste.”

Für die Königs Wusterhausenerin Britta Herter, die als Umweltpädagogin ebenfalls ausgezeichnet wurde (s.u.), gab es nicht den einen denkwürdigen Moment. “Ich habe jedes Jahr etwas Schönes erlebt”, sagt sie. Ihr Ehrenamt mache ihr großen Spaß und sie habe immer wieder große Unterstützung durch die Kreisverwaltung erfahren.

Brit Mühmert, Schulleiterin am Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasium, erlebte ihren denkwürdigen Moment, als sie 1996 der Liebe wegen aus Thüringen in den Landkreis zog: “Wir sind gastfreundlicher und herzlicher, die Brandenburger eher verschlossen”, sagt sie. Das habe ihr das Ankommen nicht gerade leicht gemacht. Doch durch die Kinder seien schließlich viele Freundschaften entstanden, dadurch habe sie sich schließlich doch angekommen gefühlt.

Astrid Schomber ist in Luckau geboren, zum Studium weggezogen und im Jahr 2000 wieder zurückgekehrt. Sie nennt als denkwürdigsten Moment das Brandenburger Dorf- und Erntefest in Fürstlich Drehna im Jahr 2014. “Für so ein kleines Dorf war das ein großes Ereignis”, sagt sie. “Aber mit dem Engagement aller in unserem Dorf konnten wir das schaffen.”

Birgit Schmidt, Schulleiterin in Mittenwalde, hat ihren denkwürdigsten Moment erst in diesem Jahr erlebt - und zwar im Kreistag. “Bislang ging es unserem Kreis finanziell ja immer recht gut”, erzählt sie, “aber als der Kämmerer ankündigte, dass auch Dahme-Spreewald künftig rechnen müssen wird, das war doch überraschend.” Es seien eben bewegte Zeiten, fügt sie hinzu.

Die Grundsteinlegung für die Cargolifter-Halle war für Roland Gefreiter, ehrenamtlicher Bürgermeister von Schönwald, ein denkwürdiger Moment. “Das ganze Vorhaben ging ja am Ende in die Hosen”, sagt er. Doch heute sei Tropical Islands einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Allein aus seinem Dorf arbeiten 25 Menschen dort - zehn Prozent der Berufstätigen. Außerdem fällt ihm der verlorene Kampf um den Spreewaldkreis ein. “Für uns klang das damals logisch - Lübben, Lübbenau und Burg zusammen in einem Landkreis”, erinnert er sich. Mit dem “sektionalen Modell”, das die Landkreise wie Tortenstücke um Berlin und den Speckgürtel anordnete, habe man damals nicht viel anfangen können. “Aus heutiger Sicht hat es sich bewährt”, sagt er.

Während des Festaktes war das Landratsgebäude in den Farben des Kreises angestrahlt. Die Jugendfeuerwehr schenkte Glühwein und Punsch aus.

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