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Meer-Montag #13 - Atlantischer Nordkaper


Nachdem ich vom Atlantischen Nordkaper, auch
Nordatlantischer Glattwal genannt (Eubalaena glacialis), gelesen habe, wollte ich ihn unbedingt illustrieren und mehr über ihn erfahren.

Etwa ein Viertel des Tieres macht sein Kopf aus, in dessen Maulöffnung Barten mit Längen von bis zu 2,80m stecken! Damit sie ihren Platz finden können, ist der Mund stark gebogen und gibt dem Wal sein markantes Aussehen. Die Knubbel am Kopf, die mir beim Illustrieren aufgefallen sind, werden als verhornte Hautwucherungen beschrieben, auf denen sich dann kleine Krebstierchen, die Walläuse ansiedeln. Dank dieser individuellen Knubbel lassen sich die Tiere gut identifizieren, was Forschenden z.B. dabei hilft, Wanderrouten und damit neue Meeresschutzgebiete herauszufinden.

Besonders spannend finde ich die Vermutung, dass die Wale ihre Schwanzflosse senkrecht aus dem Wasser strecken, um sie wie ein Segel zu nutzen und sich damit energieeffizient fortzubewegen. Was meint ihr, ist da etwas dran? Ihr könnt ja mal unter dem Suchbegriff “Tail Sailing” weiterforschen.

Diese küstennah und langsam schwimmende Walart war eine der ersten, die etwa ab dem 8. Jahrhundert im Golf von Biskaya und später überall auf der Nordhalbkugel gejagt wurden. Auf Englisch heißt diese Art “Right Whale” : der richtige Wal für die Jagd. Zum Einen aufgrund seiner gemächlichen Lebensart, zum Anderen, weil er mit seinem enormen Blubber (so nennt man die Fettschicht unter der Haut) auch nach dem Tod an der Oberfläche schwimmt und somit leichter zu transportieren ist.

Obwohl die Glattwale seit 1937 unter Schutz stehen, wurden sie noch viele Jahre illegal weiter bejaht. Heute sind die Hauptursachen für die Gefährdung der Population Schiffskollisionen und das Verheddern in Fischereileinen.

Seit Juli 2020 werden Nordkaper auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Schrumpft ihre Zahl weiter, wäre die nächste Stufe „in der Natur ausgestorben“. Zählungen der Fischereiabteilung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOAA Fisheries) ergaben, dass es Ende 2022 nur 367 Individuen gab, wovon lediglich 70 als reproduktionsfähige Weibchen identifiziert wurden. Zum Glück ging es seitdem leicht bergauf: Im Jahr 2023 wurden 370 Individuen gezählt und die Schätzungen für 2024 liegen bei 372. Ein Zeichen, dass der Schutz möglichst großer Meeresgebiete und die Überwachung der Großfischerei und des Walfangs leichte Wirkungen zeigen.

Und da wir eher das schützen, was wir kennen, freue ich mich sehr darüber, euch jeden Montag etwas Neues aus dem Meer zu erzählen. Der Nordkaper wird natürlich auch Teil unseres Meerestier-Malbuch werden, an dem wir zurzeit fleißig arbeiten. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, werdet gern



https://youtu.be/s4V2JLsHHbs?si=EuU3VZ6Diup2JHO- (Opens in a new window)

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