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Eine bunte Tüte

Eine Empfehlungssammlung von Fußball (ja, echt) bis Erzählfiguren, Podcast, Newsletter und Spiele.

Witzigerweise war die Ausgabe letzten April ebenfalls eine Sammlung an Empfehlungen (Opens in a new window), eine Art eklektischer Newsletter — oder einfach bunte Tüte.

Denn was mich beschäftigt ist einerseits nur Content, den Andere erstellt haben, andererseits ergibt das ein Bild, das sich hervorragend in die bisherigen Thematiken meines Mini-Newsletters einreiht: Irgendwo zwischen Popkultur und Gesellschaftsbeobachtungen.

Aber ich bin ehrlich, so GANZ durchdrungen habe ich den Begriff Eklektizismus noch nicht. Genau wie Hermeneutik. One day…

Vom Ausgegrenzten zum Nationalspieler und wieder zurück

Als Mesut Özil 2010 das erste Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte, war ich in der Schule. Wichtiger als Tore war die Entscheidung, ob du Lahm, Podolski, Schweinsteiger oder Özil süß findest.

Meine restlichen Fußballerfahrungen beschränken sich auf einen Sieg und sonst ausschließlich Niederlagen in dem Dorfverein, in dem ich ein paar Jahre spielte.

Ich verstehe den selektiven Patriotismus nicht, ich verstehe Fan-tum nicht. Was ich bis vor Kurzem auch nicht verstand, war, dass die Unterstützung der Fans für die Spieler gar nicht so grenzenlos ist, nicht bedingungslos. Eine Grenze scheint Herkunft zu sein.

insert surprised pikachu meme

https://schwarzrotgold.podigee.io/ (Opens in a new window)

In der achtteiligen Podcastreihe von Undone geht es um Mesut Özil, seinen Aufstieg als Fußballer, das Management hinter so einer Karriere, rassistische Diskriminierung und letztendlich das Bild, wegen dem er vor einigen Jahren endgültig von der deutschen Medienlandschaft abgeschrieben wurde.

Ich habe weder erwartet Verständnis noch ein Interesse für Fußball zu entwickeln. Ist aber passiert.

Aufmerksam gemacht hat mich Oh My Pod (Opens in a new window). Der Newsletter empfiehlt wöchentlich Podcasts. Ein guter Start, wenn man die eigene Perspektive herausfordern möchte.

Darüber lohnt es sich nachzudenken

Ganz nach dem Motto: Raus aus der Komfortzone, denn die Gedanken sind frei und es ist gleichzeitig so schwer und so leicht sich einzugestehen, dass man mal an etwas geglaubt hat, das man heute für Grütze hält. Überzeugungen ändern sich. Zumindest sollten sie sich weiterentwickeln, analog zur Welt.

Ich habe festgestellt, dass es zwei Stellschrauben dafür gibt:

1. Die Vielfalt der Lebensrealitäten, die man in den Blick nehmen kann, die, je nach Sozialisierung, Privilegiertheitsgrad und jeweiliger Kapazität variiert.

2. Die Art und Weise, wie man über Dinge nachdenkt.

Beispiel A ist die Veröffentlichung der Kriminalstatistik, ihr habt bestimmt davon gehört. Die Berichterstattung konzentrierte sich auf einen Punkt, der so hochgradig undifferenziert wiederholt wurde, dass mir die Augen bluteten. Und das Herz.

Folgender Beitrag ist in dem Zusammenhang besonders wichtig:

Das ganze Interview könnt ihr hier lesen (Opens in a new window).

Beispiel B ist ein Ausschnitt, den eine ehemalige Kommilitonin repostete:

🤯

Diese Theorie (1983 veröffentlicht) erklärt u.a. das Phänomen, dass Frauen lügen, wenn sie von Männern angesprochen werden: “Ich habe einen Freund”. Denn der Freund, sei er nun anwesend oder nicht, existent oder nicht, wird meiner Erfahrung nach immer mehr respektiert als mein Nein.

Gleichzeitig kann ein kurzes Zitat als Erklärung nicht ausreichen. So einfach ist es meist doch nicht.

Auch wenn Social Media genau das suggeriert und regelmäßig einfache Antworten auf komplexe Fragen oder Erklärungen für Phänomene gibt, die bei genauerem Hinschauen schnell entlarvt werden können.

Im ersten Moment scheinen sie Sinn zu ergeben, was aber oft daran liegt, dass sie allgemeingültig formuliert sind und damit schlecht widerlegt werden können. Horoskope nutzen dasselbe Prinzip: den Barnum-Effekt, laut dem wir geneigt sind vagen Aussagen, meist positiven Zuschreibungen, zuzustimmen.

Ich vermute stark, dass darauf auch der Selbstdiagnose-Trend fußt.

Was ist ein cozy game?

Ein Gateway in die Gamerszene? Ein Rebranding eines Hobbies? Eine Farmingsimulation?

Für mich ist ein cozy game diese Font, dieses Farbschema und das sanfte Plop Plop einer mechanischen Tastatur.

Spaß!

Ich glaube, cozy games sind, im Gegensatz zu wholesome games, sehr individuell. Es geht nicht nur um das behandelte Thema oder das Characterdesign. Es muss nicht um eine bestimmte Ästhetik oder dieses und jenes Gameplay.

(Midnight Scenes: A Safe Place)

Es mag konterintuitiv wirken, aber für mich sind Terror at Oakheart und Midnight Scenes: A Safe Place cozy games. Kurz, prägnant, blieben noch ein wenig nach dem Ende bei mir. Beides sind Pixel-2D-Sidescroller-Visual Novel-Adventure-Horrorspiele. In depth Rezensionen habe ich für Lost Levels gesprochen (Opens in a new window), in den Folgen 139 und 140.

Ein ganz banales und offensichtliches Beispiel für ein cozy game ist Stardew Valley. Mit dem Update 1.6 habe ich ein neues Spiel begonnen und was soll ich sagen?! I love it.

(Stardew Valley)

Es beruhigt mich, es ist ein kompakter Ort, in dem ich viel zu tun habe, das mich ablenkt und das mich gleichzeitig nicht überfordert. Es gibt keine echten Konsequenzen, dafür viele süße Tiere und eine Gemeinschaft.

Wer erzählt eine Geschichte, in der ich gerade bin?

Wenn ich nicht Stardew Valley spiele, gehe ich meiner Lohnarbeit nach oder — ganz neu — lehre. In meinem Seminar geht es um Erzählfiguren in Videospielen.

Jetzt mag man sich fragen, was diese Instanz in Spielen zu suchen hat, wenn doch ich durch mein Spielen die Geschichte erzählen soll.

Einerseits kann man sich die Mechanismen angucken, mit denen Spiele die Illusion von Kontrolle, agency, erzeugen. Spielende sind Teil des Erzählens, nicht der Erzählung.

Andererseits gibt es durchaus Spiele mit Erzählfiguren. Hier gucken wir uns die Dynamik zwischen Spieler:in, Erzähler:in und Figur an.

(The Stanley Parable)

Natürlich gibt es auch den übergeordneten Blick: Wie erzählen Spiele generell eine Geschichte, wie transportieren sie ein Narrativ und wie rezipieren wir das beim Spielen?

Der Seminarplan und die Literaturliste stehen schon, mich würde deine Meinung trotzdem interessieren. Welche Assoziationen hast du dazu? Was sind drängende Fragen, die einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung bedürfen?

Antworten erreichen mich über das soziale Netzwerk deiner Wahl oder den Lost Levels-Discord (Opens in a new window).

Lost Levels ist ein Podcast (Opens in a new window), den ich mit Freund:innen mache, es geht um Videospiele und Essen. Ich gehe immer davon aus, dass die Lesenden meines Newsletters über genau diesen Podcast hierher gefunden haben, aber muss ja nicht so sein.

Meme der Woche

Chipi chipi chapa chapa…

Wenn du letztes Jahr im Internet warst, hast du dieses Lied (Opens in a new window) gehört. Meist in Verbindung mit dem verschwommenen Bild einer grauen Babykatze. Adaptionen gibt es zahlreiche, u.a. diesen Mix (Opens in a new window) aus dem Lied und anderen Internetsounds.

Interpretin Christell ist ein chilenischer Kinderstar und performte den Song schon 2003. Mittlerweile ist sie 26 und hat drei Alben veröffentlicht.

Meme-technisch fällt “Dubidubidu” in die gleiche Kategorie wie “Vibing Cat (Opens in a new window)” oder “Nyan Cat (Opens in a new window)”.

Danke

Mein Dank gilt den mittlerweile vier (WHAAAAT) Unterstützern und weiteren 63 Abonnent: innen dieses Mini-Newsletters.

Und dir. <3

Wir lesen uns bald an dieser Stelle wieder, in der Zwischenzeit freue ich mich, wenn Du meinen Newsletter weiterempfiehlst. Anregungen, Lob, Kritik kannst du auf fast jeder Plattform an @chrissikills richten.

C U later, alligator, after ‘while, 🐊

Christina

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