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OK COOL gibt Bescheid: Interviews, Interviews, Interviews

Liebe Menschen da draußen,

wenn ich diese Woche in meinen Kalender blicke sehe ich neben den üblichen Aufnahmeterminen und Recherchen eine ganz neue Kategorie, die mich sehr glücklich macht: Interviewtermine für gleich mehrere, kleinere Audiodokus, die bei OK COOL erscheinen werden. Direkt nach meiner Ankündigung, in Zukunft häufiger dieses Format hier anbieten zu wollen, katapultierte ich mich in mein Brainstorming-Dokument und schrieb alle Themen auf, denen ich gerne einmal nachjagen würde. 

https://www.youtube.com/watch?v=iU6ptSw0Frg&t=10s (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Und es ist so aufregend: Für meine Interviews habe ich mitunter auch einige EntwicklerInnen angefragt, deren Arbeit ich schon seit Jahren verfolge und genieße - jetzt ihnen in ein paar Tagen gegenüber zu sitzen macht mich trotz all der Berufserfahrung, die ich nun schon habe, immer noch ganz kribbelig. Ein schönes Gefühl! Dazu kommt die Arbeit an einer Audio-Doku über Spiele, die sich um Depressionen drehen und die mich schon länger beschäftigt und schwupps, schon ist sie voll, meine neue Arbeitswoche.

Bei dieser Gelegenheit lade ich euch da draußen herzlichst dazu ein, mir Vorschläge für weitere Dokus zu schicken - vielleicht seid ihr Entwicklerin bei einem Studio und möchtet von eurem Projekt und Arbeitsalltag erzählen? Vielleicht habt ihr am Grund des Einkaufbodens von Steam ein Spiel entdeckt, dem ich unbedingt mal hinterherrecherchieren soll? Oder ganz was anderes? Dann ab in die Mails damit: post@okcool.space (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) - eure Zuschriften behandle ich selbstverständlich vertraulich und selbstverständlich könnt ihr euch auch anonym an mich wenden.

Und nun frisch ans Werk, hinein in die neue Woche!

Der neue Wochenplan

Für eine neue gemütliche Frage-Antwort-Runde bat ich euch da draußen um die drängendsten Fragezeichen, die ihr momentan mit euch herumschleppt und die irgendwie mit mir, OK COOL und Spielekram zu tun haben. Und herrje, kamen da viele Nachrichten und Zuschriften, ich freue mich riesig und setze mich mit einer extragroßen Kanne Tee vor das Mikro, um jede einzelne zu beantworten. "OK COOL antwortet", am Dienstag, freut euch!

Am Freitag löse ich dann eine Ankündigung ein, die ich in meinem Sonntagsgespräch mit Friedemann Allmenröder verkündet habe: Der Berliner Indie-Entwickler und ich analysieren seinen Überraschungshit Summerhouse und richten die Taschenlampe insbesondere auf die Frage, was dieses Spiel eigentlich so "cozy" macht - und inwiefern Kalkül in all dieser Gemütlichkeit steckt, um die SpielerInnen da draußen für sich zu gewinnen.

Wenn ihr all das und mehr hören und meine Arbeit unterstützen wollt, dann lade ich euch herzlichst dazu ein, OK COOL bei Steady zu unterstützen - danke von Herzen <3

Mini-Spotlight: Milk outside a bag of milk outside a bag of milk (7,39€) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

In der Grundschule hatte ich ein Blutegel. Nicht freiwillig, sondern im Rahmen einer Projektwoche, die uns jungen Menschen beibringen sollte, auf ein Tier aufzupassen. Also kaufte unser Deutschlehrer 26 Blutegel (wo auch immer) und überreichte jedem von uns eines dieser wurmähnlichen Geschöpfe, gut verschlossen in einem Gurkenglas. In den kommenden Wochen sollten wir das Verhalten "unseres" Blutegels dokumentieren, regelmäßig das Glas reinigen - und das Tierchen mit blutiger Leber füttern, frisch vom Metzger eingekauft. Traumatisierend.

Den Blick, den ihr jetzt beim Lesen dieser Anekdote im Gesicht tragt - irgendwo zwischen Unglaube, Ekel, Verwirrung und einem Hauch Faszination -, den hatte auch ich, als ich mich etwa eine Stunde lang durch die Welt von Milk outside a bag of milk outside a bag of milk spielte. Und ähnlich wie mein Blutegel-Pflegeberuf war auch das hier eine Erfahrung, die mich noch lange nach dem Ende begleitete.

Das Spiel mit dem ungewöhnlichen Titel erschien 2021 und ist ein Sequel zum Vorgängerspiel Milk Inside A Bag Of Milk Inside A Bag Of Milk (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Die Fortsetzung teilt sich mit dem ersten Teil die Protagonistin und baut auf dem etablierten Universum auf, funktioniert aber auch für sich alleine stehend - kein Grund also, dieses wirklich interessante Spiel auf die lange Bank zu schieben.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die in einer albtraumhaften, surrealen Welt gegen Panikattacken, Albträume und eine wiederkehrende Angst vor der Einsamkeit ankämpft. Ausgetragen wird diese Schlacht vor allem in Textboxen, denn beide Milk-Spiele sind Visual Novels, die nur wenig Knöpfchendrücken einfordern und stattdessen all ihre Wucht in ihr Writing und die Präsentation legen.

"Präsentation" meint hier übrigens weitaus mehr als einfache Bildillustrationen, die den Text begleiten und zur Genre-Norm gehören, nein: Milk outside a bag of Milk usw. sprengt in fast jedem Bildschirm die Erwartungshaltung, erzählt mal mit Anime-Kurzfilmen, mal mit verstörender Pixel-Illustration, mal mit animierten Render-Hintergründen - immerzu begleitet von einem elektronisch-krachenden Soundtrack, der wundervoll zur düsteren Stimmung passt.

Denn ja, dieses Spiel ist ein zutiefst düsteres, zumindest, wenn man sich noch nie mit den Themen dieses Titels selbst auseinandersetzen musste. Wer allerdings mit Einsamkeit, Depression, Trauer und Albträumen vertraut ist, wird hier überraschenderweise viele Gedankengänge, Überlegungen und Szenen wiedererkennen - trotz der oft surrealen Verpackung in Wort und Bild. Und genau dieses Wiedererkennen einzelner Momente aus meinem eigenen Leben entließ mich mit einem seltsamen Gefühl aus Trauer, Freude, Wärme und Zufriedenheit. Und wenn ein Spiel nach nur einer Stunde so viele intensive Emotionen in mir wecken kann, dann verdient es, als echte Empfehlung beschrieben zu werden.

Und damit rutschen wir los in den Tag und die Woche und ich hoffe, uns allen wird es ausschließlich gut gehen!

Wir hören uns,

-Dom

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