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Ungefragte SEO Analyse: Perlentaucher

Einer der häufigsten Fehler, die ich gerade bei Kulturbetrieben im Online-Marketing sehe, ist die Devise: Style first.

Verständlich. Denn die wenigsten Menschen, die sich der »schönen Künste« verschrieben haben, sind Zahlenmenschen, die sich um Performance kümmern möchten.

Doch gerade im Marketing entstehen so oft schöne Webseiten, Apps, Social Media Postings oder Broschüren, die wirklich toll aussehen – aber nicht »performen«.

Death by Corporate Design

Mit »Performance« meine ich an dieser Stelle, dass Medien ihr Ziel erreichen.
Beispiele:

  1. Ein Plakat soll auf etwas aufmerksam machen – eine klare Aussage kommunizieren

  2. Eine Werbekampagne soll Newsletteranmeldungen generieren

  3. Eine Webseite soll viel Traffic über Google erhalten

Ein schönes Beispiel für eine Webseite, deren Organisation morgen pleite wäre, wenn sie heute Style vor Performance setzen würde, ist perlentaucher.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wenn ich Studierende frage, wie sie die Webseite finden, kommt selten »modern«, »stylisch« oder »cool«. Ihr wird generell wenig Erfolg zugeschrieben.

Doch das ist falsch.

Sie sieht aus, wie aus der Zeit gefallen. So wie Nachtkritik vor dem Relaunch. Sie erinnert noch sehr an eine Print-Zeitung, die als PDF ins Internet gestellt wurde. Fast schon wieder retro.

Doch die Seite perlentaucher.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ist ein Performance-Gigant. Zumindest, wenn ich die Performance auf Google betrachte.

Nur seeeehr wenige Webseiten haben überhaupt einen Sistrix Sichtbarkeitsindex über 1. Der Perlentaucher steht bei etwa 10

SEO Gigant aus der Kultur

Die größte Konkurrenz des Perlentauchers auf Google könnte man sich nicht schlechter aussuchen: Amazon. Der größte »Buchhandel« der Welt und weitere große Player wie Thalia ringen um die vielen Tausend Suchanfragen zum Thema »Bücher« in Deutschland.

Der enorme Buchmarkt

Suchanfragen zum Thema »Buch« übersteigen das Thema »Museum« um ein Vielfaches – Tendenz wachsend. Gerade seit der Pandemie.

Und in diesem umkämpften Wettbewerb hält sich eine Webseite seit über 20 Jahren wacker: der Perlentaucher.

Wichtige Suchanfragen: Büchertitel + Autoren

Die wichtigsten Keywords in der Branche sind die nach Autor:innen und den Buchtiteln. Über diese Suchanfragen kommt der größte Teil des Traffics auf die Seite (neben Suchanfragen zum Markennamen).

Gerade im Bereich der Autor:innen ist Perlentaucher enorm stark

Wenn ich z. B. nach der Autorin Juli Zeh google, rankt Perlentaucher gut auf Platz 5 vor Amazon. Noch besser rankt nur Wikipedia und der Verlag Penguin Random House, der selbst seit 2021 im SEO einen Blitzstart hingelegt hat.

Gefahr: Abstieg bei den Buchtiteln

Betrachten wir die Sistrix Sichtbarkeit jedoch auf der Verzeichnisebene, um zu schauen, welche Seitenarten eigentlich am meisten Traffic bringen, sehen wir, dass die Seite bei den Buchtiteln schrumpft und nur bei den Autor:innen wächst.

Der Graph zeigt die Sichtbarkeit aller Autorenseiten (rot, steigend) und die Buchtitel (blau, schrumpfend).

Vermutlich aufgrund neuen Wettbewerbes um Traffic zu Buchtiteln. Genauere Gründe des Verlustes müssten tiefergehend analysiert werden. Manche Autor:innen wie Jane Austen werden enorm häufig gesucht und der Perlentaucher bietet eine Autorenseite für sie an. Aber diese rankt sehr schlecht.

Aus einer SEO Sicht hat Perlentaucher ein enorm gutes Ergebnis – begeht aber teilweise SEO Fehler, die aufgrund des großen Vertrauens von Google wohl nicht abgestraft werden. Jüngere Webseiten dürften sich das nicht erlauben.

Prognose

Ich denke, der Perlentaucher ist derzeit in der schwierigen Position, dass der SEO Erfolg vor allem dem Domainalter und der hohen externen Verlinkung zu verdanken ist (neben den tollen Inhalten).

Von technischer Seite gibt’s einiges zu verbessern – aber wer traut sich, eine solche Domain zu verändern?

Ich vermute, es herrscht eine Starre vor, da Veränderungen im SEO auch immer Verschlechterungen sein können. Die »jüngere« Konkurrenz hat hier zwar noch große Nachteile, aber wird immer mehr selbst vom wachsenden Domainalter profitieren und mit einem klareren SEO Fokus vermutlich langsam dem SEO Giganten Perlentaucher auf die Fersen steigen.

Nachtkritik hat den Relaunch gewagt und an Sichtbarkeit auf Google gewonnen. Hat der Perlentaucher zu viel zu verlieren, um Veränderungen zu wagen?

Sujet suchmaschinenoptimierung

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