Wofür politische Arbeit? 

Windhauch #41 mit Jan Witza

Umgang mit Rechtsextremismus, Rettung Geflüchteter aus dem Mittelmeer und die drohende Klimakatastrophe. Mein heutiger Gast erklärt, warum Kirche politisch sein muss. Jan Witza ist Referent für gesellschaftspolitische Jugendbildung für die Evangelische Jugend in Sachsen und Host des Podcasts Sächsische Verhältnisse. Als Zuhörer des sächsischen Lebens ist er zugleich ein exzellenter Beobachter kirchlicher Verhältnisse.

"Kirche ist prinzipiell parteiisch, wenn es um die Würde und das Leben von Menschen geht."

Kirche ist Teil dieser Welt und als solche kann sie gar nicht anders, als sich einzumischen. So begründet Jan, dass kirchliche Räume niemals haltungsfrei sind. In der Folge wird deutlich, vor welchen Herausforderungen Kirche in der politischen Bildung steht.

https://windhauch.ruach.jetzt/podcastepisode/wofuer-politische-arbeit-mit-jan-witza/

tl;dr:

Warum ist politische Bildung für Kirche notwendig?

  • Kirche ist Teil der Welt und als solche auch aufgefordert zu handeln
  • Politisierung findet auch innerhalb der Kirche statt
  • Kirche ist nicht dazu sein Politik zu machen, sondern Politik möglich zu machen
  • Ein Gespräch mit allen Akteur:innen ist nicht möglich, da Kirche nicht wertneutral ist
  • Kirchliche Räume sind nicht haltungsfrei
  • Wer politische Bildung in der Kirche machen will, braucht eine klare Haltung, die auch beeinhaltet nicht bereit zu sein mit jeder Person zu sprechen
  • Kirche war und ist auch Schutzraum und Räume müssen auch geschlossen sein, damit sich Schutz bieten können

Theologische Begründung für politische Bildung innerhalb der Kirche

  • Gott hat sich entschieden diese Welt zu erschaffen und uns zu beteiligen
  • Dieser Schöpfungsakt wäre prinzipiell auch ohne den Menschen möglich gewesen, aber Gott hat sich aus Gründen dafür entschieden, Menschen in diesen Plan einzubeziehen
  • Daraus folgt, dass Gott diese Welt nicht egal ist.
  • Betrachten wir die Evangelien, dann war Jesus Christus diese Welt auch nicht egal
  • Christ:innen sind folglich in der Nachfolge Jesu aufgefordert, dass ihnen diese Welt qauch nicht egal ist
  • Wir leisten einen Beitrag dazu, dass es "gut" wird (Gen1)
  • Da wir nicht im luftleeren Raum leben, geht dieser Beitrag nicht alleine, sondern mit anderen in Gemeinschaft
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