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Wie Gott nennen? mit Lisa Quarch (@lisa_quarch)

In dieser Folge ist Lisa Quarch erneut zu Gast. Lisa ist katholische Theologin und setzt sich u.a. auf Instagram mit feministischer Theologie auseinander. Mit ihr spreche ich über die Debatte rund um die Bezeichnungen Gott+ oder auch Gott*. Unabhängig von den hitzigen Diskussion lohnt sich nämlich ein Blick auf die theologischen Hintergründe hinter der Frage nach dem Namen Gottes und der Art und Weise, wie wir sie ansprechen.

Gott ist eben anders, als wir uns sie uns vorstellen. Gott ist immer mehr und immer anders und ist nicht weiß und ist nicht männlich und ist nicht reich.

In der Theologiegeschichte wurde schon immer über das Wesen Gottes debattiert. Ein Blick in die Bibel zeigt eine große Vielfalt an Gottesbildern und -bezeichnungen. Diesen Schatz gilt es in die heutige Zeit zu transportieren. Eine gelungene Glaubenskommunikation in der heutigen Zeit bedeutet dabei auch, dass wir uns hinterfragen müssen, wo Sprache vielleicht andere Menschen diskriminiert.

Alles, was wir hier ausprobieren, sind Experimente und sollen es auch sein. Ich möchte gar nicht, dass die Art und Weise, wie ich jetzt über Gott spreche und schreibe, jetzt auf einmal das wird, was alle machen müssen.

Zusammenfassung

Worum geht es in der Diskussion um Gott oder Gott+?*

  • Vor zwei Jahren hat die kath. Studierendenjugend (KSJ) eine breite Debatte ausgelöst, weil sie beschlossen haben, in Zukunft Gott als Gott* zu schreiben.
  • Die kath. junge Gemeinde (KJG) hat sich nun für die Schreibweise Gott+ entschieden.
  • Dahinter stecken zwei grundlegende Überlegungen:Die Bilder, die Menschen von Gott haben, sind patriarchal geprägt und das verengte Bild von Gott als Vater bedarf einer Öffnung, die der Vielschichtigkeit des christlichen Gottesverständnisses gerecht wird. Gott ist per Definition geschlechtslos und es es ergibt keinen Sinn, Gott Geschlechterrollen zuzuordnen.
  • Kritik kommt aus unterschiedlichen Richtungen:Fundamentalist:innen argumentieren gegen eine neue Schreibweise mit der Bibel, die Gott als Vater benenne. Das Gendersternchen steht gesamtgesellschaftlich in der Kritik und die Diskussion rund um das Thema Gendern wird hitzig geführt, obwohl es der KSJ eben gerade nicht um Geschlechtlichkeit ging, sondern um eine Weitung des Gottesbegriffs.
  • Wichtig: Niemand fordert ein Verbot von bestimmten Gottesbezeichnungen.Vielmehr gilt es zu betonen, dass es nicht das eine biblische Gottesbild oder den einen biblischen Gottesnamen gibt. Schon alleine die Evangelien offenbaren eine enorme Vielfalt.

Welche verschiedenen biblischen Gottesbilder gibt es?

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