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Was leistet Glaubenskommunikation?

mit Tobias Aldinger (Erzbistum Freiburg)

Diese Woche spreche ich mit Tobias Aldinger. Tobias beschäftigt sich als katholischer Theologe im Erzbistum Freiburg mit dem Thema Glaubenskommunikation. Mit ihm spreche ich über seine Aufgaben als Referent für Glaubenskommunikation innerhalb eines katholischen Bistums und wie groß sein Handlungsspielraum ist, wenn er versucht, zeitgemäße Worte für den Glauben der Menschen zu finden.

Mir muss klar sein: Ich bin Dienstleister und ich muss Bock haben, was zu reißen für die Leute, die direkt mit Menschen in Kontakt sind.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Krise von Kirche auch eine Kommunikationskrise ist, dann ist eine gelungene Glaubenskommunikation für die Zukunft von Kirche entscheidend. Es kann dabei aber nicht darum gehen, Mitglieder zu gewinnen oder Menschen von einer bestimmten Art des Glaubens zu überzeugen. Vielmehr sollte im Vordergrund eine offene und ehrliche Kommunikation stehen, die sich für die Themen der Menschen interessiert.

Was heißt Weitergeben? Das heißt nicht: Ich will, dass du so wirst wie ich. Sondern es ist auch eine Sehnsucht nach Resonanzerfahrung.

Zusammenfassung

Was macht ein Referent für Glaubenskommunikation?

  • Unterstützung der Akteure, die im kirchlichen Bereich versuchen die christliche Botschaft zeitgemäß ins Leben der Menschen zu bringen.
  • Dazu werden Projekte gefördert, wie bspw. ein Poetry Slam Projekt des ganzen Bistums über das Thema, wie Glaube, Liebe und Hoffnung in die heutige Sprache gebracht werden kann.
  • Vor allem werden Wege gesucht, um raus aus den Floskeln zu kommen und in der Zusammenarbeit mit anderen Ideen zu gewinnen
  • Der Handlungsspielraum einer institutionellen Stelle hat seine Grenzen natürlich auch in den Problem dieser Institution. Gleichzeitig kann eine übergeordnete Stelle auch Menschen unterstützen, die vor Ort ansonsten keine Zeit dafür hätten und diese müssen nicht erst von dem “Produkt” überzeugt werden.

Herausforderungen der Glaubenskommunikation

  • Innerhalb der Bistümer scheint Innovation ein langwieriger Prozess zu sein.
  • Bei der Frage, wer Innovation überhaupt leisten sollte, ist die Überlegung entscheidend, wie neuartige Konzepte rübergebracht werden können. Hier knüpft die Glaubenskommunikation an.
  • Glaubenskommunikation befindet sich also in einem ständigen Spannungsfeld.
  • Gelungene Kommunikation verläuft offen und ehrlich und hat nicht zum Ziel, Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen.
  • Noch zu oft labelt sich Kirche mit dem Attribut “anders”. Dies setzt aber ein “normal” voraus, das in dem Zusammenhang unpassend wirkt.
  • Kirche muss Glaubenskommunikation nicht zwingend als anders bezeichnen. Schließlich lohnt es sich, aus der Überzeugung der Vertreter:innen von Kirche ihre (als normal empfundene) Botschaft vom Christentum zu erzählen.
  • Leute wollen über ihren Glauben sprechen, weil es ein Teil ihrer Weltsicht ist. Das passt auch theologisch zum Wesen des Christentums, ist doch Gott selbst Mensch geworden und Glauben damit Beziehungsgeschehen.
  • Ziel der Glaubenskommunikation muss es somit sein, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen über ihren Glauben sprechen können, ohne dass es bewertet oder eingeordnet wird.
  • Diese Herangehensweise ermöglicht auch den Austausch mit nichtchristlichen Perspektiven.
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