Vertrauen Sie Ihrem Gedächtnis

Bei der Wahl Ihres zentralen Themas können Sie getrost Ihrem Erinnerungsvermögen vertrauen. Denn ein Ereignis wird umso eher im Gedächtnis festgehalten, je einzigartiger es war, je mehr es für Sie mit bestimmten Folgen verbunden war und Sie geprägt hat, je emotionaler es war oder je unerwarteter es aufgetreten ist.

Ihr autobiografisches Gedächtnis sammelt zudem alle Erinnerungen, die mit Ihrer Identität verknüpft sind. „Sie sind das Fundament der Persönlichkeit, geben den Gedanken einen Rahmen, den Gefühlen Tiefe, dem Leben Bedeutung” (Fanny Jiménez).

Ereignisse, die vorhersehbar sind und von einer ganzen Generation innerhalb eines bestimmten Lebensabschnitts erlebt werden, nennt man auch normative Ereignisse. Zu ihnen zählen die Einschulung, die Konfirmation, die Führerscheinprüfung, die Hochzeit, der Hausbau oder ein runder Geburtstag.

Ereignisse, die Ihr Leben unvorhersehbar geprägt und es in eine unerwartete Richtung gelenkt haben, bezeichnet man hingegen als kritische Lebensereignisse; dazu zählen beispielsweise sexuelle Erlebnisse, Drogenerfahrungen, Gefängnisaufenthalte, spirituelle und übersinnliche Erfahrungen, Krankheiten und der Tod eines Angehörigen.

Im Rückblick erscheint uns unser Leben zwar meist glücklicher, als es in Wirklichkeit war, weil negative Erlebnisse von unserem autobiografischen Gedächtnis gerne verdrängt oder schlechter erinnert werden als positive. Es sind jedoch gerade die verdrängten Erlebnisse oder eine am eigenen Leib erfahrene Pein, die ein Leben markant, und nicht die Besänftigungen und schöngeredeten Erinnerungen, die eine Autobiografie ehrlich und glaubwürdig erscheinen lassen.

Kommentare sind nur für Mitglieder zugänglich. Nimm an der Diskussion teil …