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Liebe Steady-Gemeinde,

heute habe ich für Euch wieder was "ausgebuddelt" - nämlich zwei etwas längere Gedichte aus überdrehten Zeiten (aus den 1980er Jahren. Wohl bekomm's!

Ding (1988)

Das war eins von diesen Dingern ohne Namen

Unbeliebt bei Herren wie bei Damen

Keiner weiß, woher sie einmal kamen

Wo man geht wo man steht immer ist das Ding im Weg

Es kann kein Zacken in der Krone sein

Und auch kein Stein im Brett

Kann nicht die Erbse nicht die Bohne sein

Und nicht das Auge auf dem Fett

Es entzieht sich den Gesetzen der Statik

Der Philologie und der Numismatik

Lässt sich nicht prägen durch Siebdruck oder Batik

Und ist nicht lieferbar mit Automatik

Als ich jüngst im Wald so für mich hin ging

Da sah ich eins das irgendwo hing,

Und sagte nur „na das ist ja mal ein Ding!“

Die Doofen (1982)

Man liest in Büchern und in Akten

Von Gerüchten und von Fakten

Über Dichter und Denker

Über Richter und Henker

Doch keiner spricht von den Beknackten

Da ist zum Beispiel Anneliese

Keine ist so beknackt wie diese

Sie lebt auf dem Dorf

Und ernährt sich von Torf

Weil sie glaubt, sie sei ‘ne Wiese

Jeder wird von ihr rasch gebeten

„Den Rasen bitte nicht betreten!“

Nur ihren Mann

Den lässt sie ran

Aber bloß, um sie zu jäten

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