Zeitreisen in Film, Serie und Buch - eine Hassliebe

Lesedauer: 3 Minuten 

Zeitreisen sind ein beliebtes Mittel, um eine innovative Idee umzusetzen; einen cleveren Plottwist einzubauen oder einer toten Figur wieder ein wenig Screentime zu bescheren. Man hat das Gefühl, die wenigsten großen Erfolgsgeschichten kommen heute noch ohne irgendeine Form der Zeitreise aus...und ich muss sagen, ich liebe und hasse sie zugleich.

Im Folgenden gehe ich auf die drei am häufigst benutztesten Formen der Zeitreise ein und begründe, welche ich für sinnvoll und welche ich inzwischen als absolut nervig erachte.

1. Die Zeitschleife

Bei der Zeitschleife vollführt der Protagonist die Zeitreise meist unfreiwillig und sie ist an ein bestimmtes Ereignis gekoppelt - oftmals an den Tod des Protagonisten. Einfach gesagt: Sobald man stirbt, spult sich die Zeit zurück und man landet immer wieder an einem bestimmten Punkt - mit der Fähigkeit, das Schicksal zu verändern. Dieses Mittel finde ich zwar mittlerweile ein wenig ausgelutscht, da es unzählige von Filmen und Serien gibt, in welchen dieses Mittel verwendet wird, jedoch finde ich die Grundidee sehr spannend. Wir alle denken uns doch manchmal "hätte ich doch bloß das oder das anders gemacht" und in solchen Geschichten bekommen die Figuren eben genau jene Chance, was uns sehr begeistern kann. Die Zeit und unsere Entscheidungen lassen sich in unserer Welt nicht rückgängig machen, weshalb sich sehr viele dafür begeistern, sich in genau jenes fiktives Szenario zu begeben.

2. Die aktive Zeitreise

Der Protagonist ist in der Lage, bewusst zwischen Vergangenheit und Zukunft zu wechseln. Oftmals möchte er ein Ereignis in der Vergangenheit verändern und nutzt dafür eine Zeitmaschine oder eine übernatürliche Kraft. Sobald er in der Vergangenheit etwas verändert hat, kehrt er in die Zukunft zurück und wir sehen das Ausmaß seines Handelns. Ich persönlich bin sehr begeistert von dieser Methode. Immerhin fragen wir uns oftmals "was wäre, wenn ich dies und jenes anders gemacht oder wenn ich diese eine Person niemals getroffen hätte." Und in dieser Form der Zeitreise bekommen wir ein genau solches Szenario geschildert. Im Verbund mit einer gelungenen Story ist mir diese Art der Zeitreise am liebsten. 

3. Die vorherbestimmte Zeitreise

Der Protagonist reist in die Vergangenheit, um ein bestimmtes Ereignis zu verhindern. Sobald er jedoch die Versuchung unternimmt, stellt er meist erschreckend fest, dass er selbst dafür verantwortlich ist, wie die Dinge eingetroffen sind. Es ist also unmöglich, die Vergangenheit zu ändern und sobald man dies dennoch versucht, löst man bloß jene Ereignisse aus, die bereits geschehen sind. Natürlich kann das ein überraschender Plottwist sein und ich sage auch nicht, dass dadurch eine gesamte Geschichte zerstört wird, jedoch habe ich ein gewaltiges Problem mit dieser Art der Zeitreise und ich bin mittlerweile einfach nur genervt, wie inzwischen jedes große Franchise dieses Mittel in seine Geschichte einbauen muss.

Wenn man in die Vergangenheit reist und man nicht in der Lage ist, diese zu verändern, bedeutet das - rein logisch betrachtet -, dass die gesamte Zeitlinie - also jede Handlung, jede Entscheidung, einfach alles in der Welt - vorherbestimmt ist. Es bringt also nichts, jemandem Vorwürfe zu machen, weil er sowieso bloß ein Opfer des Schicksals war; es bringt nichts, einen Helden zu kritisieren, weil er nie die Wahl hatte, sich anders zu entscheiden; und ich finde, diese Tatsache, eines nicht vorhandenen freien Willens einfach nur sehr frustrierend und wird den tollen Charakteren vieler solcher Geschichten nicht gerecht.

Fazit:

  •  Ich mag Zeitreisen, wenn der Protagonist dadurch die Möglichkeit bekommt, sein Schicksal zu verändern.
  •  Ich hasse sie, wenn der Protagonist sie nur nutzt, weil er ein Sklave einer vorherbestimmten Zeitlinie ist. 

Aber wie immer ist das alles natürlich Geschmackssache :)

Das war's erst mal!

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