Folge 25

Hallo, ich bin untergetaucht, nicht, um die Welt zu retten, sondern den Verlag. Richtig gut ging es ihm wirtschaftlich nie, aber jetzt kann er nicht mehr bzw. ich. Deshalb baue ich den Frohmann Verlag um, indem ich sein wirtschaftliches Grundfunktionieren in die Hände von Vielen lege – keine unsichtbare Hand, die mag nur Menschen ohne Moral, sondern viele Hände, die eine Kette bilden; ich möchte ein bedingungsloses Verlagsgrundeinkommen organisieren, damit ich endlich wieder zur inhaltlichen Arbeit zurückkomme, statt nur noch über Merchproduktion und Versandhandel nachzudenken. Dies scheint mir der einzige Weg zu sein, wie ich den Verlag unabhängig und als Einzelunternehmen weiterführen kann. Klassische Investor*innen lehne ich für meine Arbeit von jeher ab. Ich mag Merch und Versandhandel durchaus, aber ich möchte nicht, dass das Buch- und E-Book-Verlegen ganz dahinter verschwindet. 

Im New Frohmanntic erzähle ich euch ab jetzt mehr darüber, an was ich gerade arbeite und was dabei so alles passiert. Publishing ist ja ein Bereich, der viel über Gesellschaft/en aussagt und sie auch starkt prägt. (Keine Sorge, ich werde auch weiterhin noch über alles Erdenkliche andere schreiben.) 

Was ich trotz Umbau nicht tun werde, ist, den Verlag inhaltlich komplett zu öffnen, ich werde weiterhin persönlich den Filter dafür bilden, was verlegt wird, denn damit bin ich die ganzen neun Jahre wirklich gut gefahren. Sobald die Lage stabilisiert ist, werde ich besonders in jenem Bereich weiterarbeiten, den ich schon vor ein paar Jahren erfolgreich entwickelt habe: kollaborative E-Book-Projekte mit sehr vielen Mitwirkenden. Ja, #1000Tode muss so was von dringend weitergehen, aktuell möchte ich unbedingt, dass das Projekt auch ein Gedenkraum für in der Coronazeit Verstorbene wird. 

Den finanziellen Umbau erhoffe ich mir so: 

Stufe 1 (den nächsten Monat überleben) 1000 EUR monatliches Verlagsgrundeinkommen erreichen, um nicht sofort schließen zu müssen 

Stufe 2 (das laufende Jahr überleben) 2000 EUR monatliches Verlagsgrundeinkommen erreichen, um weiterhin einen schön gestalteten Printtitel pro Quartal vorfinanzieren zu können (die Amortisierung der Kosten für Gestaltung und Druck dauert ewig, und ich bin keine reiche Erbin mit privatem Spielgeld)

Stufe 3 (richtig arbeiten können) 5000 EUR monatliches Verlagsgrundeinkommen erreichen, um Vorschüsse zahlen zu können (was mehr Projekte, die keine bearbeitete Zweitverwertung von Netz-Inhalten sind, erlauben würde) 

Stufe 4 (etwas mehr als etwas verändern können) 10.000 EUR monatliches Verlagsgrundeinkommen erreichen, um der deutschsprachigen Verlagsbranche vorzuleben, wie die Zukunft des Lesens wirklich geht: partizipativ, kollaborativ, medien-, format- und plattformübergreifend 

Ich würde euch gern zeigen, wie viel ich positiv verändern kann, wenn man mich nur endlich lässt. Bitte schließt, wenn ihr ein bisschen Geld habt, ein monatliches Abo ab. Es geht ab 2,50 EUR. Macht gern auch Überzeugungswerbung und nutzt dabei #VerlagsGrundEinkommen. Idealerweise unterstützen Menschen nicht nur aus akutem Mitleid, sondern weil sie den Weg plausibel und zeitgemäß finden. 

*

Alle bereits begonnenen Arbeiten an Printtiteln werden sehr bald fortgesetzt, die betroffenen Autor*innen müssen keine Angst haben: zur Buchmesse vorzeigbar, vor Weihnachten veröffentlicht. Ich werde die Titel, sobald sie im Satz sind, immer schon im Shop vorbestellbar machen, dann wird es leichter mit den Druckkosten. 

*

Der nächste New Frohmanntic kommt eventuell nicht ganz in einer Woche, denn er wird das im Radio versprochene pdf #UmsehenLernen enthalten, was noch viel Arbeit ist.

GUERLICA

(aus dem Hexenbuch)

Zurück in die Hölle, zu den Höllischen, bis nächste Woche. Seid lieb, nur nicht zu Nazis. 

XOXO, FrauFrohmann

Kommentare sind nur für Mitglieder zugänglich. Nimm an der Diskussion teil …