Warum ist ein HIV-Medikament im COVID19-Medikament von Pfizer enthalten?

"In Paxlovid ist Ritonavir enthalten. Ritonavir wird auch bei HIV-Infektionen verwendet. Ist SARS-CoV-2 muss also mit HIV verwandt sein, oder nicht!?"

Was stimmt davon?

Ritonavir wird bei HIV verwendet, das stimmt. Es stimmt auch, dass Paxlovid, der Sars-CoV-2-Kandidat von Pfizer einen kleinen Teil Ritonavir enthält. Doch was ist Ritonavir?

Schaffen wir Fakten:

Ritonavir ist KEIN explizit antiviral wirkender Wirkstoff. Es ebnet vielmehr den Weg für die eigentlichen Substanzen, indem es ein körpereigenes Enzym blockiert: Cytochrom P450, kurz: CYP3A4.

Dieses Leberprotein ist in der Lage, Proteaseinhibitoren (Wirkstoffe, die gezielt viruseigene Enzyme hemmen) unwirksam zu machen, indem es sie metabolisiert - auf Deutsch: Abbaut.

Indem dieses Enzym gehemmt wird, kommt es nicht zum Abbau der Wirkstoffe und es sind wesentlich geringere Dosierungen der Proteaseinhibitoren nötig, als sonst der Fall wäre. Das schützt vor Nebenwirkungen.

Was lernen wir daraus? Ritonavir ist streng genommen KEIN HIV-Medikament. Es wird verwendet um die Dosierung der eigentlichen HIV-Medikamente gering halten zu können.

Es kann jedoch genauso verwendet werden, um andere antivirale Wirkstoffe, die von CYP3A4 abgebaut werden würden, vor dem Abbau zu schützen. Danke fürs Lesen.

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