"Ganz schön ambig" - über die Ambiguitätstoleranz

Letzte Woche beschrieb ein Kunde seine Situation als "ganz schön ambig". Was er damit meinte, ist die Mehrdeutigkeit, mitunter auch Widersprüchlichkeit, welche er - in seinem konkreten Fall - gerade im Team wahrnimmt. Und ich glaube, viele von uns stellen fest: Das gute alte schwarz-weiß Denken, das klare Kategorisieren und Zuordnen von Personen, Sachverhalten, Informationen etc. stößt immer häufiger an Grenzen. Genau in solchen Situationen sind wir mit Ambiguität konfrontiert - wenn etwas nicht eindeutig und/oder unsicher ist.

Diese Mehrdeutigkeit nimmt seit Jahren zu und nicht zuletzt deshalb, wird die "Ambiguitätstoleranz" (das ertragen und akzeptieren von Mehrdeutigkeit) als eine der Schlüsselkompetenzen der Zukunft gehandelt.

Die gute Nachricht: Kompetenzen können erlernt werden. 😎

Entscheidend für unseren Umgang mit Unsicherheit sind unsere Prägung und Erfahrungen. Wer (früh) lernt, den Schrecken der Ungewissheit zu überwinden, Verständnis dafür entwickelt, dass aus mehrdeutigen und unklaren Situationen nicht zwangsläufig Negatives entstehen muss und Ungewissheit als Teil des Lebens akzeptiert, entwickelt eine entsprechende Haltung.

Wahr ist jedoch auch, die meisten von uns sind anders geprägt und sozialisiert und gerade in fordernden Situationen wünschen wir uns "einfache" und "sichere" Antworten.

Mit diesen sieben Tipps kannst du deine Ambiguitätstoleranz im Alltag trainieren:

➰ Setze dich bewusst mit unterschiedlichen Denkweisen, Andersartigkeit, Widersprüchlichkeiten und Mehrdeutigkeiten auseinander.

➰ Behalte dir vor, eine Entscheidung - aufgrund von neuen Informationen - zu revidieren, oder zu ändern.

➰ Gestehe dir zu, dass deine Entwicklung unterschiedliche Rollen, Identifikationen und Zugehörigkeiten bedeutet, welche mitunter temporär auch im Widerspruch stehen können.

➰ Bringe Offenheit mit für Sichtweisen, Interessen und Argumente von anderen, welche von deinen eigenen abeweichen.

➰ Sei bereit, deine eigenen Standpunkte, Einstellungen und Deutungsmuster zu hinterfragen und zu ändern.

➰ Trainiere, "das Verschiedene" / "das Andere" als gleichwertig auszuhalten.

➰ Nutze dein eigenes "Nichtverstehen" als Ausgangspunkt für neue Einsichten.

Das Erlernen des Umangs mit Widersprüchlichkeiten ist ein fordernder und (langsamer) Prozess. Dennoch bereichert das Akzeptieren und Aushalten von Mehrdeutigkeit und Andersartigkeit unser Leben unheimlich. 

Jim Rohn formulierete es so:

"Die Qualität deines Lebens steht im direkten Verhältnis zu der Menge an Unsicherheit die du sicher aushalten kannst." 

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