Liebe Leser:innen,

es ist Dezember, das Jahr biegt auf die Zielgerade – und wie viele von euch sicherlich auch mache ich mir Gedanken über Dinge, die 2021 gut und weniger gut gelaufen sind und wo die Reise 2022 hingehen soll.

Eine Entwicklung, die mir sehr, sehr viel Freude bereitet hat, ist der Podcast. Ich lerne bei der Recherche an HerStory-Folgen selbst regelmäßig so viel über faszinierende Frauen und queere Persönlichkeiten hinzu, dass ich die Arbeit daran als große Bereicherung empfinde. Und dass HerStory sich regelmäßig in die Top Ten der iTunes Charts in der Kategorie Geschichte schiebt, freut mich riesig. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und all jenen von euch, die den Podcast hören und auf diversen Wegen unterstützen, ein riesiges Dankeschön aussprechen.

Großen Spaß hat es mir auch gemacht, den Newsletter aus der Taufe zu heben. Ich finde es wichtig, nicht nur Pionier:innen von gestern zu thematisieren, sondern auch den Wegbereiter:innen von heute eine Bühne zu geben. Allerdings bin ich beim Nachdenken zu dem Schluss gekommen, dass TheirStories noch nicht die richtige Bühne ist.

Mein Anspruch an den Newsletter wäre, dass er euch wichtige Persönlichkeiten noch näher bringt. Idealerweise in Interviews, die einen direkten Blick auf die Gedankenwelten der Porträtierten werfen. Ich musste mir aber eingestehen, dass das zeitlich für mich neben dem Podcast derzeit einfach nicht machbar ist. Aber ich möchte nicht alle zwei Wochen ein Produkt in die Welt schicken, hinter dem ich nicht mit vollem Herzen stehen kann, weil es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügt – erst recht nicht, weil einige von euch den Newsletter sogar finanziell unterstützen. Deshalb habe ich mich schweren Herzens entschieden, TheirStories bis auf Weiteres einzustellen.

Das heißt nicht, dass ein Format zu den Wegbereiterinnen unserer Zeit nicht in Zukunft denkbar und möglich ist. Wie gesagt: Je mehr Licht wir auf die wichtigen Persönlichkeiten unserer Zeit werfen können, die die Welt der FLINTAs verändern und voranbringen, umso besser. Wenn ich mir sicher bin, dass ich genügend Zeit habe, um regelmäßig ein tolles Format dazu zu produzieren, stürze ich mich wieder mit vollem Elan in ein solches Projekt.

Bis dahin bleibt mir nur, euch, lieben Leser:innen, zu danken. Danke, dass ihr mit mir auf die Reise gegangen, TheirStories begleitet und gelesen habt. Ich habe beim Schreiben und Kuratieren der Ausgaben wahnsinnig viel gelernt und viele faszinierende Persönlichkeiten kennengelernt. Ich hoffe sehr, dass es euch ähnlich ging.

P.S. HerStory bleibt natürlich weiterhin auf Sendung, ihr müsst also keine Angst vor Leerlauf im Podcatcher haben. Ich hoffe, dass ihr HerStory gewogen bleibt.

P.P.S. Kurz nach Erscheinen dieser Ausgabe werde ich die Unterstützer:innen-Kategorien für den Newsletter auf Steady deaktivieren. Tausend Dank für eure Unterstützung!!

Alles Liebe, Jasmin

Stimme für trans Menschen: Mit Nyke Slawik und Tessa Ganserer sitzen erstmals zwei offen lebende trans Frauen im Bundestag. Die 27-jährige Slawik spricht im Interview über den Umgang der Bundestagskolleg:innen mit ihr, den Kampf gegen Homo- und Transphobie und ihr Engagement für das Selbstbestimmungsgesetz. (Siegessäule

Weibliche Imame in der Moschee: In vielen Moscheen dürfen Frauen entweder gar nicht oder nur abseits der Männer beten. Anders in der „Women’s Mosque of America“: Dort leiten Frauen sogar das Gebet und sprechen über Themen wie sexualisierte Gewalt oder Fehlgeburten. Eine der Imame ist Tasneem Noor. (The Guardian

Südafrikanische:r LGBTQIA-Künstler:in: Zanele Muholi wendet sich mit der Kamera gegen Diskriminierung und Gewalt. Als nicht-binäre:r Fotograf:in thematisiert Muholi die queer- und transphobe Gewalt in Südafrika: Die Bilder zeigen Überlebende solcher Angriffe, immer wieder richtet Muholi die Kamera auch auf sich selbst. Muholis Kunst wird jetzt erstmals in einer umfassenden Werkschau im Berliner Gropius Bau gezeigt. (taz

Helfende Hand für trans Menschen: Trans Frau Iman Le Caire floh vor der transphoben Diskriminierung und Gewalt in Ägypten in die USA. Jahrelang lebte sie zurückgezogen, doch in der Pandemie fand sie ihre Stimme: Iman geht als Aktivistin bei Protestmärschen auf die Straße und hilft anderen trans Frauen in arabischen Ländern, aus Gewalt-Situationen zu entkommen. (BBC

Aktivistinnen-Nachwuchs: Das Magazin Seventeen kürt jedes Jahr junge amerikanische Stimmen des Jahres: Mädchen und junge Frauen, die sich für ihre Überzeugungen engagiert haben – gegen Rassismus, für das Klima, für Transgender-Rechte. Neun beeindruckende junge Frauen haben es auf die diesjährige Liste geschafft. (Seventeen

Hör- und TV-Tipps:

🎧  Her mit der Gleichberechtigung: Katja Dunkel und Rebecca Richter haben Anfang des Jahres in Berlin ihre Kanzlei „Dunkel Richter“ eröffnet. Die beiden Anwältinnen vertreten insbesondere Frauen und queere Menschen bei ihrem Kampf gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte. Jetzt waren sie bei der wunderbaren Bettina Böttinger in ihrem Podcast zu Gast: (Wohnung 17, WDR)

📺  Weg mit dem Regime: Bei den Präsidentschaftswahlen in Belarus stellten sich mutige Frauen wie Swetlana Tichanowskaja dem Präsidenten Alexander Lukaschenko entgegen. Zahlreiche Frauen gingen damals gegen ihn auf die Straße – die Dokumentation „Farben im Schnee“ begleitet acht belarussische Frauen und blickt darauf, wie sich ihr Leben seitdem verändert hat. (Phoenix)

📺  My body, my choice: Die USA erleben in Kürze möglicherweise den Sturz von Roe v. Wade. Schon jetzt stellen immer mehr Bundesstaaten Abtreibung auf ihrem Bundesgebiet unter Strafe. Unzählige ungewollt Schwangere sind damit gezwungen – wenn sie es sich leisten können – für eine Abtreibung einen anderen Bundesstaat aufzusuchen, in dem die Prozedur nicht verboten ist. Mindestens eine Woche im Monat reist Iman Alsaden in diese Bundesstaaten, um in Planned-Parenthood-Kliniken vor Ort als „abortion provider“ auszuhelfen. (The Washington Post

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