Liebe Leser:innen, 

eigentlich wollte ich euch heute eine kleine Recherche präsentieren. Aber wie ich grad durchs Internet pflügte, zog ein Sommergewitter heran. Es blitzte und donnerte, das Licht flackerte kurz – und dann war das Internet weg.

Acht (!) Stunden später war es wieder da, aber mein Zeitfenster für die Finalisierung der Recherche war damit auch futsch. Deshalb gibt es diese Woche leider nur Lesetipps, im nächsten Newsletter dann aber wieder einleitenden Lesestoff - und das Warten hat sich dann hoffentlich für euch gelohnt! 😄

Entschuldigt vielmals die Verzögerung. Beim nächsten Newsletter ist TheirStories wieder back in business, versprochen!

Viel Spaß beim Lesen,

Jasmin

Die Kunstdetektivin: Auch 76 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ist die Aufarbeitung nicht abgeschlossen. Noch immer beherbergen französische Museen Kunstwerke, die aus den Sammlungen enteigneter und ermorderte jüdischer Bürger:innen stammen. Die Kunsthistorikerin Emmanuelle Polack hat über den französischen Kunstmarkt während der deutschen Besatzung Frankreichs promoviert und  arbeitet seit 2020 für den Louvre. Sie durchkämmt Archive und folgt dem Geldfluss, um die Eigentümer:innen gestohlener Kunstwerke ausfindig zu machen. Ihre Arbeit zwingt Frankreich zur Auseinandersetzung mit dem Unrecht des Vichy-Regimes – und bringt auch die aktuelle Regierung in Bedrängnis. (New York Times)

Fehlende Sicherheit: Oft schockieren uns Nachrichten von Gewalt gegen trans Personen im Ausland – dass trans Menschen auch in Deutschland noch längst nicht angstfrei leben können, zeigte ein Angriff auf eine trans Frau auf der Hamburger Reeperbahn am Wochenende. Cornelia Kost, Sprecherin der LAG Queer-Grün Hamburg, spricht im Interview mit der taz über die Situation von trans Menschen in Deutschland und speziell Hamburg. (taz)

Eine Löwin im Angesicht der Krise: Als der russische Oppositionelle Alexei Nawalny im August vergangenen Jahres auf einem Flug nach Moskau vergiftet wurde und ins Koma fiel, erfuhr seine Ehefrau Yulia Nawalnaya am Telefon vom Zustand ihres Mannes. Während das Leben ihres Mannes auf der Kippe stand, hielt sie den Kontakt zur Presse, traf sich mit den deutschen Medizinern, die ihren Mann zur rettenden Behandlung nach Berlin flogen, und kämpfte gegen die russische Staatsmacht. Das Porträt einer Frau, die in einer unfassbaren Krise Nerven aus Stahl zu haben schien und die Russinn:en nun mit neuen Augen sehen: „Russia has never had a queen like Yulia“. (Vanity Fair)

Für eine politische Transition: Bei den Wahlen in Mexiko im Juni standen mehr als 100 LGBTQ+ Personen zur Wahl, 40 davon waren trans Personen – so viele wie nie zuvor. Diejenigen von ihnen, die in die Regionalparlamente und ins Landesparlament gewählt wurden, bekämpfen in ihren neuen Ämtern jetzt Transphobie. Denn im vergangenen Jahr wurden in Mexiko 43 trans Menschen ermordet, 2019 lag die Zahl noch um ein Drittel höher. Vor den Abgeordneten liegt viel Arbeit. (mitú)

Kampf um Anerkennung: Melody Seherrie wurde in einem kleinen Dorf in Südafrika geboren und merkte schon früh, dass sie sich als Frau fühlte und auch als Frau leben wollte. Ihre Mitschüler:innen mobbten sie, ihr Vater warf sie mehrmals aus dem Haus – mit 16 schloss sie mit zwei Freund:innen einen Pakt, ihr Leben so zu leben wie sie es wollte. 2013 wurde sie „Miss Gay Northern Cape“, heute kämpft die 30-Jährige als Aktivistin für die LBGTQ+ Gemeinde ihres Landes. In diesem Bericht beschreibt sie ihre Erfahrungen und ihren Weg dahin, so zu leben wie es sie glücklich macht. (Gay Times UK)

Hör- und TV-Tipps

🎧 Das IOC und die Frauen: Frauen bei Olympia? Bitte nur als Zuschauerinnen – so dachten sich das die Herren vom Olympischen Komitee bei der Wiederauflage der Olympischen Spiele 1896. Über die schwierige Beziehung der „Herren der Ringe“ mit Athletinnen, die sich bis heute fortsetzt (siehe TheirStories von vor zwei Wochen), berichtet Sporthistorikerin Jutta Braun. Schamlose Eigenwerbung: Mich hört ihr im Podcast auch, denn ich spreche drüber, wie die Frauen aus Protest gegen den Männerzirkus bei Olympia 1921 ihre eigenen Olympischen Spiele ausrichteten. (Sport Inside)

📺 Gegen geschlechtsspezifische Gewalt: Dass Hatespeech im Internet weit verbreitet ist, ist kein Geheimnis. Gerade Frauen und marginalisierte Gruppen, die über kontroverse Themen sprechen oder Missstände aufdecken, sind Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt. Die Journalistinnen und Filmemacherinnen Florence Hainaut und Myriam Leroy beleuchten Frauenhass im Netz: Was er mit den Betroffenen macht, wie er von Behörden ignoriert wird und wer von ihm profitiert. (Arte)

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