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Weihnachten liegt vor uns. Dann kommt Silvester. Und danach ein neues und hoffentlich leichteres Jahr.

Wie bist Du durch die letzten Monate gekommen? Fiel es Dir schwer? Bist Du erkrankt? Musstest Du um Deinen Arbeitsplatz fürchten oder um Menschen, die Du liebst? Oder bist Du eine*r der Glücklichen, die unbeschadet von allem durchgekommen sind und einfach nur ein wenig genervt sind von den Einschränkungen der Corona-Maßnahmen? Das würde mich freuen!

Künstlerisch betrachtet liegt ein aufregendes Jahr hinter mir. Und Du hast mich dabei begleitet, mich ermutigt, vielleicht sogar finanziell unterstützt und es ermöglicht. Ganz herzlichen Dank!

Viel auf Reisen gewesen bin ich nicht. Mit Hossa Talk hat es uns im Sommer an den Millstätter See in Österreich verschlagen, wo ich die einzige Lesung des Jahres gemacht habe, und nach Karlsruhe. Und mit Cobains Erben immerhin nach Heidelberg. Das war's dann aber schon. Weitere Lesungen fanden nicht statt, und unter den gegebenen Umständen war mir das auch ganz recht so.

Natürlich, die Reise nach Huchting im Sommer sollte ich nicht unterschlagen. Eine Woche lang mitten in Huchting zu sitzen und am Roman zu scheiben, die Orte der Handlung zu besuchen, die Straßen zu fühlen, den Gesprächen zu lauschen, die 'Zichte', Heiners Kneipe, aufzusuchen und dort ein Haake Beck zu trinken (im Tausch gegen ein Exemplar von 'Huchting') - das war toll! 

Ansonsten bin ich viel zu Hause geblieben und habe von dort aus jede Menge packender Gespräche geführt, über die ich mich auch jetzt noch freue und die Du Dir anhören kannst. Ich denke zum Beispiel an das mit dem Spoken Word Künstler Micha Kunze bei Cobains Erben, bei dem er einen Text live vorgetragen hat. Oder an das mit Jörg Peter über Comics und das Erzählen und die Frage, wieviel Inhalt eine Geschichte wirklich braucht. Sehr besonders habe ich auch das mit Jacqueline Stürmer und Mark Doerr über ihre Fotografie gefunden. Ich bewundere die Arbeit der beiden schon lange. Endlich konnte ich ihnen in Ruhe alle möglichen Fragen dazu stellen. Das Gespräch mit der Künstlerin und Galeristin JPG hier aus Marburg war auch so großartig. 

Dabei haben wir uns ein echtes Highlight des Jahres sogar bis zuletzt aufgehoben. Heute erscheint das sehr, sehr persönliche Gespräch mit der Sängerin Sarah Brendel über ihren kurz bevorstehenden musikalischen Durchbruch, warum sie sich davon dann aber abgewandt hat, lieber eine Kommunität in Sachsen gegründet hat und heute aktiv Menschen auf der Flucht hilft. Es ist - wie ich finde - eine der besten Podcast-Folgen, die Jay und ich jemals aufgenommen haben. 

https://cobainserben.de/uncategorized/sachsen-statt-nashville-warum-die-saengerin-sarah-brendel-sich-gegen-die-grossen-buehnen-entschieden-hat/

Wirklich schätzen gelernt habe ich auch die Video Hang Outs, bei denen Du vielleicht mitgmacht hast, aber auch die Abende, an denen ich aus meinem Roman vorgelesen und wir darüber gesprochen haben. Ich habe geglaubt, ich würde Dir damit etwas Gutes tun. Aber inzwischen merke ich, dass ich mir selbst den größten Gefallen getan habe.

Mein Eindruck ist, dass Kunst in diesen Zeiten, die sich für manche dunkel, kalt und auch einsam anfühlen, kleine Lagerfeuer anzünden kann, um die man sich versammelt und an denen man sich Geschichten erzählt. An diesen Feuern hört man wenigstens für den Moment auf zu streiten. Man entschließt sich, den anderen zuzuhören, die Perspektive zu wechseln. Man begreift, dass man Teil einer Gemeinschaft ist und dass das gut und überlebenswichtig ist.

Im nächsten Jahr möchte ich noch weitere Orte schaffen, an denen wir uns begegnen und ein wenig aufwärmen können. Ich habe schon konkrete Ideen und freue mich darauf, sie mit Dir auszuprobieren, wenn Du willst. 

Falls Du das, was ich tue, gut und unterstützenswert findest, freue ich mich über Deine Hilfe. Am leichtesten ist es für mich, wenn Du eine Mitgliedschaft über Steady abschließt. Dadurch habe ich alle relevanten Informationen, die ich benötige, an einem Ort. Es muss kein großer monatlicher Betrag sein. Mir helfen auch die kleinen Beträge.

Neulich habe ich ein Interview mit dem Menschenrechtsaktivisten Raul Krauthausen gelesen, der sich für die Rechte und gegen die Ausgrenzung beeinträchtiger Menschen stark macht. Auch ihn kann man bei Steady unterstützen. Er hat in diesem Gespräch gesagt, dass er bewusst keine exklusiven Inhalte für zahlende Unterstützer anbietet, weil er will, dass auch solche mit wenig Geld von allem profitieren können, was er macht. Denn seine Devise ist ja nun einmal: Teilhaben lassen statt auszugrenzen. Das hat mich überzeugt. Deshalb habe ich beschlossen, dass auch ich in Zukunft alle Inhalte kostenlos anbiete. 

Jetzt wünsche Ich Dir, dass Du bald Gelegenheit finden wirst, auszuruhen und das Leben ein wenig zu genießen - trotz allem: Frohe Weihnacht!

Dein Gofi

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