Ein "Hallo" von Ein Herz Vier Pfoten

Im April 2019 fanden drei Erwachsene, eine Dreijährige und 21 Hunde ein neues Zuhause in Aksu, Antalya. Die Mission war klar: nachhaltiger, moderner Tierschutz für Straßenhunde. Die Bilanz nach 8 Monaten kann sich sehen lassen: Akzeptanz bei der umliegenden Bevölkerung, interessierte Jugendliche bzw. Jungerwachsene und geglückte Aufklärungsarbeiten.

Hallo liebe Tierfreunde! Hallo vom Team von Ein Herz Vier Pfoten e.V., die Erweiterung des einigen besser bekannten Projektes "Keyo's Hundeparadies". Hallo von Selin, Sandra, Thomas und Meryem, die tatkräftigen Personen hinter dem Vereinsnamen. Aus unserer Beschreibung auf der Hauptseite geht ja schon die Geschichte unseres Projektes hervor. Und wir hätten auch gerne unter dem Namen "Keyo's Hundeparadies" weitergemacht, doch den Schweizer Behörden war der Name nicht aussagekräftig genug bezogen auf den Zweck des Vereins. Aber wir wollen uns damit nicht weiter aufhalten! An diejenigen, die uns vorher schon kannten: es ändert sich lediglich der Name und die Tatsache, dass wir ab sofort offiziell als Verein tätig sind. An alle anderen Tierfreunde: wir sind ein Tierschutzverein mit Hauptsitz in der Schweiz, der sich dem Schutz und der Hilfe für Straßenhunde in der Türkei verschrieben hat. Wir achten dabei stets auf Nachhaltigkeit, denn die Tiere lediglich zu schützen oder ihnen zu helfen reicht eben nicht. Wer Dauerhaftes erreichen will, der sollte darauf achten, dass sich etwas grundlegend ändert! Und das versuchen wir mit modernem Tierschutz, der nah am Menschen stattfindet, anstatt nur bei den Tieren.

Um zum eigentlichen Beitrag zu gelangen: die Einleitung mag - zugegebenermaßen - fast schon ein wenig reißerisch klingen mit all den "Erfolgsmeldungen". Und wir wollen gerne auf diese Erfolge nachfolgend näher eingehen. Wie bereits erwähnt arbeiten wir nicht nur nah am Hund, sondern vor allem auch nah am Menschen. Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Menschen, die uns umgeben. Denn wir drei Erwachsenen können - ganz simpel ausgedrückt - nichts verändern, wenn das Umfeld nicht mitzieht. Der Wille fehlt den türkischen Einheimischen dabei meist nicht. Aber Wissen, die Mittel zur Hilfe und/oder ein kleiner Ruck in die richtige Richtung schon!

Als wir im April 2019 beschlossen unsere Kräfte zu vereinen und uns gemeinsam dem Tierschutz zu widmen, wussten wir bereits alle was es heißt mit Hunden in einer Nachbarschaft zu leben. Selin insbesondere hatte nicht immer sehr viel Glück mit der Wahl ihrer Standorte mit mehr als 20 Hunden. Durch eine Anzeige auf einem türkischen Portal im Internet wurden wir auf ein ländliches Gelände in Aksu, Antalya aufmerksam. Nach einem Telefonat und viel Sucherei bei der erstmaligen Anreise, besichtigten wir das Gelände und die Wohngebäude. Ja, ja, ist ja schon gut. Natürlich verbrachten wir gut die erste Stunde mit der Vermieterin, deren Familie, ein paar Bekannten und einer Menge türkischem Tee. Danach besichtigten wir allerdings das Gelände!

Dass wir das Gelände schließlich mieteten und begannen Unterkünfte und Freigehege für unsere Hunde, aber auch uns selbst, zu schaffen, müssen wir hier nicht extra erwähnen. Dass wir allerdings seit April 2019 nicht eine einzige Beschwerde über Lärmbelästigung oder Sonstiges in Bezug auf unsere Hunde erhalten haben (oder uns davon zu Ohren gekommen wäre), das wollen wir wohl erwähnen! Wir genießen in der Tat eine überraschend hohe Akzeptanz unter der einheimischen Bevölkerung unserer Gemeinde. Niemals hörten wir als Reaktion auf die Anzahl der Tiere, die wir hegen, pflegen, lieben und beherbergen, ein "Was? So viele Hunde?", sondern viel mehr verblüffte, aber anerkennende Gesichtsausdrücke. Das ist mitunter begründet in unseren eigenen Aktionen: der respektvolle Umgang mit unseren Mitmenschen. Wir ändern nun mal nicht das Denken eines türkischen Hundebesitzers mit Aufforderungen und Auflistungen von Fehlern. Wir ändern dieses Denken, indem wir das offene Gespräch suchen, Probleme ermitteln und versuchen zu helfen, wenn es in unserer Macht steht.

Da wäre zum Beispiel der Sohn unserer Vermieterin zu nennen. Er bat um Hilfe, als seine beiden Welpen erkrankten. Wir sahen nach und mussten einen Tierarzt konsultieren. Die Kosten legten wir aus, wurden aber dann von der Monatsmiete wieder abgezogen. Die Welpen waren am Parvovirus erkrankt. Beide konnten überleben durch die schnelle Reaktion unsererseits, aber vor allem auch der herausragenden Arbeit unserer Tierärzte. Nein, Moment mal! Beide konnten überleben, weil der Sohn unserer Vermieterin überhaupt um Hilfe bat! So muss es lauten! Obendrein konnten wir dem Jungen so auch vermitteln, wie wichtig Impfungen für Hunde sind.

Der Sohn unserer Vermieterin begann aber vor allem selbst aktiv zu werden. Bei Bekannten sah er Hunde, die irgendwie kränklich aussahen. Er konnte weder ermitteln was die Tiere haben, noch ob es für deren Wohl gefährlich wäre. Abermals wandte er sich an uns und so konnten wir, nach Absprache mit dem Tierarzt, über 5-wöchige, tägliche Besuche den Tieren helfen. Die entstandenen Kosten trugen die Besitzer übrigens selbst. Sie sind uns heute noch für unsere Hilfe dankbar und wir haben neue Freunde und Befürworter für unsere Mission gewonnen. Im Übrigen baute der Besitzer jener Hunde auch ordentliche Zwinger für seine Tiere aufgrund unserer Aufklärungsarbeit, was den Tieren ein Leben an der Kette ersparte.

Bei einem unserer Nachbarn konnten wir ebenfalls einen Wachhund von der Kette befreien. Wir überzeugten den Besitzer davon, lieber das Gelände zu umzäunen, anstatt den Hund angekettet zu lassen. An der Kette kann der Gute ja auch kaum das Gelände beschützen.

Heute, 8 Monate nach unserer Ankunft in Aksu, Antalya, erfreuen wir uns an immer mehr Menschen, die uns anrufen oder persönlich vorbeikommen, um uns von Hunden in Not zu berichten. Vor allem aber freuen wir uns über die vielen Jugendlichen und Jungerwachsenen, die einen ausgeprägten Sinn und Gefallen am Tierschutz entwickeln bzw. finden. Sie nehmen kranke oder verletzte Straßentiere auf und rufen uns zur Hilfe. Lassen sich zeigen, wie man mit kranken Tieren umgeht oder aber gesunde Tiere trainiert, versorgt und unterbringt. Die meisten von ihnen sind von der hohen Jugendarbeitslosigkeit hier im Land betroffen. Aber der Umgang und die Arbeit mit den Hunden gibt ihnen eine gern willkommene Freude!

Erst gestern hatten wir einen Nachbarn mitsamt seinem Sohn bei uns zu Besuch. Er war begeistert von unserer Arbeit und vor allem auch davon, dass wir "die Jungen von der Straße holen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung geben". Dabei kamen die Jugendlichen ja zu uns und nicht anders herum. Wie dem auch sei, das alles soll nur dazu dienen euch aufzuzeigen, dass wir bisher in kurzer Zeit viel erreichen konnten. Vor allem aber viel Nachhaltiges, denn vor allem die jungen Türken werden das jetzt Erlernte an ihre eigenen Kinder weitergeben.

Ansonsten noch ein paar formelle Dinge:

Die Spendenpakete auf unserer Seite sind monatliche Pakete. Das bedeutet auch, dass diese monatlich wiederkehrende Kosten darstellen, sofern ihr das Paket nicht kündigt. Letzteres ist euch natürlich jederzeit möglich. Die Spenden gehen direkt an uns und kommen den Hunden zu Gute. Aktuell beherbergen wir 21 Hunde, wobei Keyo Selin's eigener Hund ist. Deswegen reden wir bei den Spendenpaketen auch nur von 20 Tieren.

Auf unserer Seite hier könnt ihr zudem regelmäßige Beiträge erwarten. Wir wollen euch gerne so gut es geht miterleben lassen, was wir hier tun. Deshalb planen wir wöchentliche Beiträge mit Bildern und Berichten. Auf Social Media, also den sozialen Medien, könnt ihr uns zudem folgen und auf dem Laufendem bleiben. Das gilt für Facebook aktuell, wird aber alsbald auch für Twitter gelten. Eine eigene Webseite gibt es gegenwärtig noch nicht, da wir uns schlicht die Erstkosten in Höhe von ca. 100 Euro für eine Webadresse und zugehörigem Webspace zur Zeit nicht leisten können.

Auch wollen wir euch an dieser Stelle nochmals um eure Unterstützung bitten. Wir sind finanziell am Limit angelangt und die Hunde haben noch immer keine weichen und warmen Unterlagen für den Winter. Mehrere Aufrufe und Engagements in diversen Gruppen bzw. sozialen Medien blieben leider erfolglos. Auch haben wir Hunde, welche dauerhaft Medikamente benötigen. Bei unserem Jüngsten steht zudem bald mal die Kastration an, welche auch mit Kosten verbunden ist. Das soll kein billiger Spendenaufruf sein, sondern vielmehr ein Tatsachenbericht mit der Bitte um Unterstützung.

Das 30-Euro-Paket möchten wir an dieser Stelle auch ansprechen. Dieses Paket ist auf 20 Pakete beschränkt. 30 Euro im Monat sichern dabei Futter und sonstige Verpflegung pro Hund pro Monat. Dieses Paket kommt einer Patenschaft gleich, weshalb wir auch den Zugang zu einer speziellen WhatsApp-Gruppe anbieten. In dieser Gruppe werden wir regelmäßig Bilder unserer Hunde veröffentlichen, die nirgends sonst zu sehen sein werden. Sozusagen um die Paten näher an die Hunde zu bringen.

An dieser Stelle denken wir, dass wir ausführlich genug "Hallo" gesagt haben. Außerdem kommt es gerade zum Gebell, weil der Nachbar seine Kühe und Schafe auf die Weide vor unserem Geländetor führt. Aber auch hier kommt es zu keinerlei Beschwerden! Ganz im Gegenteil: wir bekommen von ihnen frische Kuhmilch.

Liebste Grüße aus der Türkei,

euer Ein Herz Vier Pfoten Team

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