Mein Weg in ein effektives Arbeiten im Home-Office.

Vor Corona war Home-Office gefühlt kaum ein Thema. Für mich als Software-Entwickler war es potentiell immer schon möglich ins Home-Office zu gehen, was aber hauptsächlich am Arbeitgeber und an der Tatsache lag, dass ich zum Arbeiten einen Computer / Notebook und Internet brauche.

Vor Corona nahm ich immer wieder mal einen Home-Office Tag, aber primär, wenn ich etwas entwickeln musste, für dass ich Ruhe und Konzentration brauche. Da ich meistens in Büros arbeite in denen 4 - 5 Leute sitzen ist das mit der Ruhe teils eher schwierig. Dazu kommt natürlich noch, dass Kolleginnen und Kollegen mal schnell mit Fragen oder Aufgaben vorbeikommen. Im Home-Office gibt es bei mir Microsoft Teams als Kommunikationsmittel und wenn man Ruhe braucht, stellt man es einfach auf 'Nicht stören' und kann sich konzentrieren.

Es klingt erst einmal leicht: morgens aufstehen, PC an und los gehts mit der Arbeit. Das dem nicht so ist, haben viele aus meiner Sicht in den letzten 1,5 bis 2 Jahren erlebt. Home-Office war teils Pflicht und viele waren nicht darauf vorbereitet.

Es ist extrem anstrengend, wenn man mit seinem Notebook am Küchentisch sitzt und um einen rum die Familie / Kinder springen und man einfach nicht zur Ruhe kommt. Selbst wenn man sein eigenes Zimmer zu Hause hat: Immer wieder Monitore, Tastatur und Maus vom eigenen Computer zum Notebook umstecken damit man arbeiten kann. Dazu kommt noch die potenzielle Ablenkung: "Ach ich könnte doch noch mal schnell saugen!". Ich selbst kenn es auch nur zu gut.

Nicht jeder arbeitet gerne im Home-Office, was auch vollkommen ok ist, doch wenn ich im Home-Office arbeiten möchte, wie schaffe ich es effizient zu sein? Im Folgenden möchte ich meine Techniken und Hardware mit der ich jeden Tag beruflich als auch private arbeite, einmal vorstellen und euch hoffentlich inspirieren wie ihr euer Home-Office optimieren könnt.

Das Home-Office Setup

Genau wie im Büro auch, möchte man im Home-Office entspannt und vor allem ergonomisch arbeiten. Gerade wer viel am PC sitzt hat schnell Rücken- und Nackenprobleme. Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist aus meiner Sicht heute Pflicht und es muss auch kein Vermögen kosten.

Meine Nummer eins im Home-Office ist ein höhenverstellbarer Tisch. Kein extrem teurer, sondern ein günstiger von IKEA und ja, auch wenn er günstig ist, hält er extrem gut. Ich versuche gerade am Morgen zu Beginn direkt im Stehen zu arbeiten, dann meist eine Stunde vor dem Mittag bis zur eigentlichen Pause nochmal. Dann meist noch einmal eine Stunde stehen von 15 - 16 Uhr (so plus minus). Es ist nicht nur gesund zwischendurch zu stehen, sondern habe ich auch bemerkt, dass die Konzentration deutlich gesteigert ist, wenn ich im Stehen arbeite.

Vor meinem Tisch sitz ich auch nicht im Hightech Stuhl, sondern nutz auch hier ein 80 Euro Stuhl von IKEA. Es reicht, wenn er eine Armlehne und eine ordentliche Rückenlehne hat, zumindest aus meiner Sicht.

Mit so einer Kombination komm ich recht gut über einen langen Arbeitstag. Ich persönlich nutze allerdings meinen Bürostuhl mittlerweile recht selten und habe mir stattdessen eine Paleo Chair (hier der Link zu Paleomovement, die stellen den Stuhl her: Paleomovement) angeschafft. Das ist quasi nichts anderes als ein Block, auf dem man sitzt und das in immer wieder wechselnden Positionen. Seitdem ich diesen Stuhl primär nutze, habe ich überhaupt keine Probleme mit Verspannungen mehr. Einen ausführlichen Bericht schreibe ich demnächst in einem weiteren Artikel.

Doch nun weg von Möbeln und hin zu der Technik: Was mich jahrelang extrem genervt hat, war das ständige umstecken des Monitors, Tastatur und Maus von meinem privaten PC zu meinem Arbeits-Notebook. Es hat nicht nur Zeit gekostet, sondern es hat auch der ein oder andere Anschluss darunter gelitten. Mittlerweile habe ich hier einmal in einen ordentlichen Monitor investiert, der mehrere Geräte unterstützt und auch einen integrierten Hub für USB Geräte hat (hier der Link zu meinem Gerät: Dell Ultrasharp). Dadurch habe ich alle Geräte wie Maus, Tastatur und Web Cam am Monitor angeschlossen und muss nur noch mein Notebook per USB-C am Monitor anschließen und los gehts (der Monitor kann das Notebook via USB-C auch laden). Bin ich dann fertig mit der Arbeit und möchte private noch etwas weitermache, schalte ich einfach meinen PC an. Nichts mehr mit umstecken und Kabelgewirr. Klar, so ein Monitor ist nicht billig, ich kann es aber jedem empfehlen der mehr als 1 oder 2 Tage in der Woche im Home-Office ist. Aus meiner Sicht eine einmalige Investition die einem lange Zeit viel hilft.

Konzentration und effizientes Arbeiten

"Nur noch kurz saugen!", "Ach das stört mich da, ich räum es kurz weg.", "Oh schau mal ein neues Video auf YouTube". Alles Sätze / Gedanken die ich von mir selbst kenne. Im Home-Office sind Ablenkungen und Alternativen zum Arbeiten überall präsent.

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit damit, wie ich effizient und sauber arbeiten kann. Nicht nur um im Home-Office meinen Fokus nicht zu verlieren, sondern auch um all die Dinge, die ich tun möchte unter einen Hut zu bekommen. Meine genauen Methoden beschreibe ich auf jeden Fall mal in einem weiteren Artikel, da es sonst hier den Rahmen sprengen würde.

Grundlegend ist es so, dass ich morgens die ersten 15 - 30 Minuten nutze um mir einen Überblick über meine Aufgaben / Projekte zu schaffen. Dazu schaue ich nach Tickets, die ich bearbeiten muss, oder an denen ich noch dran bin. Nach neuen Emails oder Terminen in meinem Kalender. Dazu kommen dann noch meine Notizen, die noch nicht erledigt sind (z.B. aus Meetings oder vom Vortag notierte offene Punkte). Das alles werfe ich dann in die Eisenhower Matrix. Damit kann ich alles priorisieren. Sprich, das was wichtig und dringlich ist, landet auf meiner Todo Liste ganz oben. Alles was wichtig und nicht dringlich ist halte ich in meinem Kalender als Reminder / Blocker fest, oder stelle entsprechend ein Termin ein wenn es um ein Meeting geht. Dingliche Dinge die für mich / meinen Bereich nicht wichtig sind, versuche ich an Kolleginnen oder Kollegen abzugeben, sprich zu delegieren. Ist das nicht möglich landen diese Punkte unten in meiner Todo Liste.

Am Ende habe ich dann meine Liste an Dingen, die ich erledigen sollte. Hier nehme ich mir die Top 8 Punkte. Das ist dann mein Tagesziel, diese 8 Punkte abzuschliessen. Dabei arbeite ich dann je nach Aufgabentyp ein wenig anders:

  • Ist es eine Coding Aufgabe und ein spannendes Thema, dann leg ich einfach damit los. Sobald man das Thema selbst spannend findet, hat man normalerweise auch kein Problem damit sich dran zu setzen.
  • Ist es eine Aufgabe, die gemacht werden muss, aber nicht spannend oder interessant ist? Dann arbeite ich mit einem Promodoro Timer. Sprich ich arbeite zum Beispiel konzentriert 30 Minuten daran und mach dann 5 Minuten Pause. In der Pause mach ich dann das, worauf ich gerade Lust habe.

Durch diese Methodik ist es mir persönlich gelungen, effizient im Home-Office zu arbeiten.

Zum Abschluss

Jeder arbeitet / funktioniert anders. Dennoch hoffe ich, der oder dem einen oder anderen Inspiration gegeben zu haben. Home-Office ist definitiv was, worauf man selbst Lust haben muss. Wie bei allen Sachen im Leben ist es so, dass es der einen Person liegt und der anderen nicht. Ich selbst mache überwiegend Home-Office, einfach weil zum einen mein Arbeitsweg mit 1 Stunde min. pro Weg recht lange ist, aber zum anderen ich mich im Home-Office besser konzentrieren und ergonomischer arbeiten kann.

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