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Meine Tools

Du wirst deine Texte vielleicht mit Word schreiben. Und auch wenn du lieber mit Google Docs oder gar LaTeX arbeitest, wird das seine Richtigkeit haben. Es ist grundsätzlich egal, womit du schreibst. Jedenfalls so lange du dich auf deinen Text konzentrieren kannst und dieser am Ende in der richtigen Form vorliegt.

A fool with a tool is still a fool

Erste Regel bei der Auswahl eines Tools: Verstehe, was es tut und überlege, ob du es benötigst. Denn wir lenken uns nicht nur häufig durch neue Tools vom eigentlichen Kern der Arbeit ab. Jedenfalls, wenn wir so Spielkinder sind wie ich. Die eigentliche Gefahr ist, dass uns ein Tool auch immer eine Arbeitsweise vorgibt oder zumindest uns glauben machen, dass wir etwa so und nicht anders machen sollten. Dabei ist das möglicherweise nur eine von vielen möglichen Arbeitsweisen – und eine andere würde viel besser zu uns passen.

Deshalb habe ich es mir zur Regel gemacht, erst dann nach einem Tool zu suchen, wenn ich schon weiß, was ich benötige. Ich habe also erst mit Stift und Papier das Vorgehen rund um Mindmaps gelernt, bevor ich diese dank Mindmeister zu einem digitalen Fixpunkt in meinem kreativen Prozess gemacht habe. Und auch die beste Rechtschreib-Korrektur schützt nicht vor wirklich dämlichen Fehlern – weil sie nun mal das falsche Wort auch kennt.

Meine Werkzeugkiste

Und doch: „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“, hat wohl Mark Twain gesagt. Deshalb kann ich nicht aufhören, neue Tools auszuprobieren. Manche bleiben dann wie Miro oder Zotero. Andere geraten schnell wieder in Vergessenheit. Hier ist der aktuelle Stand meiner Top-Tools. Ohne die Gewähr, dass sie für dich ebenso nützlich sind wie für mich:

Mein Schreibprogramm: Ulysses

(Fast) alle professionellen Beiträge auf dem Contentman und in Steady schreibe ich in Ulysses. Diese Software steht am Ende eines sehr langen Prozesses, in dem ich irgendwie alles ausprobiert habe. Von Word über die Notizfunktion bis zu Papyrus und LaTeX. Jetzt bleibe ich bei Ulysses – auch, wenn es einiges nicht so tut, wie ich mir das wünsche. Die Quellenangaben sind in Word viel besser organisiert und Tabellen sind eher ein Notbehelf. Doch ich kann ablenkungsfrei schreiben, habe alles an einem Ort und kann die Texte direkt in ePub, HTML, Word oder sogar nach WordPress exportieren.

Wirklich gut präsentieren und workshoppen: Miro

Am besten ist Miro als virtueller Seminar-Raum beschrieben, inklusive Whiteboard, an dem alle arbeiten können, und Präsentationsmodus mit allem Schnickschnack. Mein Kreativ-Seminar basiert vollständig auf dieser Software – und ich nutze noch nicht einmal alle Funktionen wie Umfragen, Meeting-Räume und Vorlagen. Und noch etwas: Aktuell mache ich auch viele Mindmaps und sogar Wireframes in Miro. Und ich entwickle meine Abhängigkeit zu dieser App.

Meine digitale Gedankenfestplatte: Evernote

Zeitweise habe ich sogar meine Texte in „Evernote“ geschrieben, das hat sich nicht bewährt. Nun landet hier alles, was ich mir merken oder später noch einmal bearbeiten will. Seit in der App auch eine clevere Aufgabenfunktion eingebaut ist, habe ich Evernote ständig offen und nutze es auch für kurze Gesprächsprotokolle oder schnelle Brainstormings vor Meetings. Mit wenigen Klicks kannst du eine Evernote via Link mit anderen teilen – das kommt immer hervorragend an.

Texte korrigieren und verbessern: LanguageTool

Vor dem Veröffentlichen lasse ich das LanguageTool immer noch einen Blick auf meine Texte werfen. So finde ich immer noch einige Fehler in Rechtschreibung und Grammatik. Außerdem hilft mir die App auch stilistisch weiter – und weist mich auf unglückliche Formulierungen hin. Ziemlich gut ist auch das Synonymwörterbuch, dass durch einen Doppelklick auf ein Wort geöffnet wird. Neben einem Editor bietet das LanguageTool seine Dienste in (fast) allen Browser-Eingabefeldern an und auch als Erweiterung von Word.

Moodboards und hübsche Ideensammlungen: Milanote

Auf den ersten Blick ist Milanote eine Mischung aus Miro und Mindmeister (s. u.) – aber nur auf den ersten Blick. Denn mit dem Tool kannst du nicht präsentieren und die Mindmaps sind auch nicht wirklich klasse. Aber es bietet zum Beispiel für Moodboards oder gut strukturierte Datensammlungen eine gute Oberfläche, weil die Vorlagen perfekt organisiert und gut gestaltet sind.

Übrigens: Neulich habe ich Padlet gesehen – dagegen wird es Milanote schwer haben. Ich muss mir das genauer anschauen. 

Besser mindmappen: Mindmeister

Sobald eine Gedankensammlung ansteht (und das ist in einem kreativen Prozess eines Tages immer der Fall), ist die Zeit für den Mindmeister gekommen. Die Web-App kommt aus Deutschland und sie tut alles, was du dir zu Mindmaps erträumst. Ferner kannst du die Ergebnisse freigeben, um mit anderen daran zu arbeiten und sie in alle erdenkliche Formate exportieren. Ich habe darin schon viele Projekte – unter anderem mein Kreativ-Seminar – darin begonnen.

Lesen, markieren, lernen: LiquidText

Ein geniales Tool, mit dem du auf dem iPad PDFs lesen und annotieren kannst: Nahezu intuitiv markierst du Textstellen, kommentierst diese und hast am Ende alles auf einem Blick. So lassen sich ganze Bücher durcharbeiten und die besten Stellen zusammenfassen.

Webseiten planen: Balsamiq

Ein Wireframe ist die erste, layoutfreie Planung einer Webseite oder einer App. Das Mockup kann dann schon Farben, Typografien und Bilder enthalten. Mit Balsamiq kannst du beides erstellen. So kann selbst ein Grafik-Dummie wie ich in wenigen Minuten die eigenen Gedanken visualisieren.

Die schönste Bilderdatenbank: Unsplash

Es gibt auch noch andere Quellen für günstige und gute Bilder, etwa Pixabay. Doch die Auswahl auf Unsplash ist schon eine Erwähnung wert. Weil dahinter wirklich top Fotografen stecken, die dann natürlich auch für bezahlte Jobs gefunden werden können.

Projekte organisieren: Trello

In der Software-Entwicklung sind Ticketsysteme wie Jira Standard. Redakteure und andere kreative Arbeiter empfinden diese Tools meist als sehr „nerdig“, da die Oberfläche hässlich und die Funktionen erklärungsbedürftig sind. Wenn du schnell mal etwas planen willst, ist deshalb Trello dein Freund. Das lässt sich intuitiv bedienen, ist schick und hat eine Menge hilfreicher Funktionen – selbst in der kostenlosen Version. Vorher solltest du vielleicht ein wenig über "Kanban" gelesen haben …

Korrekt zitieren: Zotero

Diese App wirkt ältlich, ist nicht intuitiv, aber die einzige, mit der Quellen gesammelt, verwaltet und verwendet werden können. Über die gängigen Webbrowser kannst du damit wissenschaftliche Quellen, Bücher und natürlich Webseiten schnell mit allen notwenigen Daten und in der richtigen Formatierung speichern und zum Beispiel für ein Buchprojekt verwenden. Wobei ich von der Art der Bedienung sehr genervt bin und jedes moderne Tool vorziehen würde. Wenn ich nur eines finden würde.

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