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Fuck off Hoffnungslosigkeit

Leichter gesagt als getan? Natürlich! Aber was willst du sonst tun? In Selbstmitleid zerfließen und auf das Ende des Lebens warten? Da muss ich dich leider enttäuschen. So schnell ist kein Ende in Sicht. In der heutigen Zeit liegt die Lebenserwartung des Menschen in Deutschland bei ca. 83 Jahren (weibl.) und ca. 78 Jahren (männl.).

Keine gute Voraussetzung um das Zeitliche zu segnen. Außer du stehst eventuell kurz vor deinem 100sten Geburtstag. 

Ja, ich bin gerade bissig. Doch was nützt es uns dauerhaft zu jammern? Für eine kurze Zeit ist Jammern nicht schlecht. Man hält inne, reflektiert seinen Weg und wählt eventuell eine neue Abzweigung. 

In der aktuellen Zeit ist es schwer sich als Künstler über Wasser zu halten. Auch ich knickte ein. Hatte schlaflose Nächte und Heulattacken. Wenn mir heute jemand erklärt das Weinen heilsam ist, dem zeige ich einen Vogel. Für mich ist es nicht heilsam gewesen. Im Gegenteil, es stresst mich. Mein Herzschlag beschleunigt sich, ich fühle mich angespannt, schnellerer Puls, erhöhter Blutdruck, Schwitzen und beschleunigte Atmung. Das volle Programm also. 

Das einzige was eventuell heilsam ist, ist das Mitgefühl der Mitmenschen die einen auffangen. Wenn denn welche da sind, die dies auch möchten und tun. Leider musste ich schnell feststellen, dass es diese bereitwilligen Menschen nach meinem Umzug und einem kompletten Cut meines bisherigen Lebens so nicht mehr gibt. Ich bin auf mich allein gestellt. Also muss ich meinen Blickwinkel ändern. Das Leben ist eine Herausforderung und ich bin der Superheld, der es zum Happyend führen muss. Ich gebe zu, dass ist nicht einfach. Doch was ist schon einfach? Einfach kann jeder!

Von heute an heißt mein Gegner Covid 19. Denn er hat mich kurzzeitig aus der Bahn geworfen und außer Gefecht gesetzt. Er hat mir den Boden der finanziellen Sicherheit unter den Füßen weggerissen und mich gezwungen innezuhalten und zu reflektieren. Mein Sicherheitsnetz, die Lesungen sind komplett weggebrochen. Von einem Tag auf den anderen stand ich mit Null Einnahmen und einer Großfamilie da. Jetzt muss ich mir die Frage stellen, was tun. Wie geht es weiter? Aufgeben?

Auf gar keinen Fall! Ich bin nicht der Mensch fürs Aufgeben. Jetzt heißt es kämpfen! Ich werde die Komfortzone verlassen und neue Wege suchen. Dies bedeutet zu allererst den Kopf von den Ängsten zu befreien. Ein schwieriges Unterfangen. 

Ich sortierte meine Projekte. Was kann ich selbst übernehmen, was ändern? Ich begann das erste Mal ein Buch selbst zu illustrieren. Wagte es mit zitternden Fingern und Tränen in den Augen. Was dabei heraus kam?

"Party mit Kackekuchen" ! Ein Reimgeschichten Sachbuch über das Leben einer Fliege. Ok, der Titel ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht ist es genau das, was wir momentan brauchen. Gewöhnungsbedürftige Wege und Ideen! Ich bin mächtig stolz darauf, dass ich das Illustrieren probiert und beendet habe. Nur bei dem Cover habe ich geschummelt und mir Hilfe der Illustratorin, Katharina Sato, geholt. Jetzt geht es an den Druck. Wie ich das bewerkstellige? Ich habe noch keine Ahnung. Aber auch mit Trippelschritten kommt man irgendwann ans Ziel. Jetzt habe ich erst einmal eine Bestellung ans Universum geschickt. Schließlich soll man ja auch Vertrauen haben.

Ich werde sehen was passiert. 

Die Sternschnuppe die ihr letzte Nacht gesehen habt, war in dem Fall von mir ;) .

In diesem Sinne, bleibt gesund.

Eure Claudi

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