Folge 5 - März 2021

Unsere Stimme als Krankheitsindikator, Kommunikation per Gedankenübertragung, Die Pandemie und der Kapitalismus, Alles ist urban, Remote-Work und Führung - Willkommen zu „carls zukunft des monats“! Wie wir Krankheiten an unserer Stimme erkennen. Warum ein Chip in der Hand so 2017 ist und Hirnsensoren zur Gedankenübertragung das Gadget der Zukunft sind. Bringt die Pandemie den Kapitalismus an seine Grenzen? Warum es keine Alternative zum urbanen Leben gibt. Warum Teammanagement in der Pandemie neu gedacht werden muss. Springen Sie mit einem Klick in die Zukunft!

Wir als Zukunftsforscher sind überzeugt: Wir reden nicht genug über Zukunft – ändern wir das! Dieser Podcast ist ein Angebot für ein Gespräch über die Weichen, die wir heute schon für eine lebenswerte Zukunft stellen. Jeden Monat ein prall gefülltes Paket Zukunft.

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Diesen Monat in der Zukunft:

Stichwort Longevity: Philip Mertes, Co-Founder und COO bei EVOCAL Health, beschreibt im Gespräch mit Michael Carl, wie die menschliche Stimme als Quelle von Gesundheitsdaten genutzt werden kann. Ich spreche, also bin ich (gesund oder krank)? Dafür verwendet sein Unternehmen ein KI-unterstütztes Analyse-Programm, das die Stimme als Biomarker begreift und anhand kleinster Audiosignale mögliche Erkrankungen erkennt, bevor wir die Auswirkungen der Symptome spüren. Anamnese neu gedacht, die uns alle länger und gesünder eben lässt.

Langlebigkeit lässt sich laut Philip Mertes grob in drei Horizonte einteilen. Durch Digital Health und Preventive Medicine erreichen wir aller Voraussicht nach noch in diesem Jahrzehnt Horizont eins. Dadurch steigt unsere mittlere Lebenserwartung von derzeit circa 80 auf etwa 100 Jahre.

In zwei bis drei Jahrzehnten erreichen wir Horizont zwei und die mittlere Lebenserwartung steigt dann noch mal von etwa 100 auf circa 150 Jahre. Grund dafür ist die Precision Medicine. Dazu gehören sowohl auf genombasierte Analysen individuell hergestellte Medikamente als auch die KI unterstützte Datenauswertung bei der ärztlichen Entscheidungsfindung.

Horizont drei erreichen wir, so die Prognosen, in 50 bis hundert Jahren und unsere mittlere Lebenserwartung steigt dann auf über 200 Jahre! Grund dafür ist der Austausch kranker Körperteile aller Art. Die neuen Organe, Venen, Knochen etc. werden so präzise und individuell auf den jeweiligen Organismus abgestimmt, dass es keine Komplikationen wie Abstoßung im Körper geben wird. Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Alle Prognosen zur Erhöhung der mittleren Lebenserwartung beziehen sich auf Menschen, die zum Zeitpunkt des Einsatzes der jeweiligen Technologien leben und gesund sind!

Und ja, EVOCAL Health und weitere Unternehmen, die Krankheiten an der Stimme analysieren, arbeiten daran, eine Corona-Erkrankung an der Stimme zu erkennen. Warum ist dann der nächste Corona-Test weiter entfernt als unser Handy?

Halten wir fest: Kleine Implantate, die unseren Schlüsselbund und unsere Geldbörse ersetzen, sind bereits Gegenwart und werden von immer mehr Menschen in der Haut getragen. Auch Michael Carl hat seit mehreren Jahren einen in seiner linken Hand und darf sich offiziell Cyborg nennen – was er allerdings nur selten tut, Stichwort „albern“. Das ist aber nicht das Ende vom sogenannten Biohacking, sondern erst der Anfang. Michael spricht diesen Monat mit Biohacker Patrick Kramer über technische Schnittstellen in unserem Gehirn, warum uns die „Verschmelzung“ mit Maschinen sogar menschlicher macht und welche Form von Biohacking sogar den erfahrenen „Chief Cyborg Officer“ abschreckt.

Was lernen wir aus der Pandemie? Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Freistaats Sachsen, spricht mit Michael Carl über die Grenzen des Kapitalismus und darüber, was Unternehmen zum Wandel motivieren kann.

Industrie im urbanen Raum funktioniert heute nicht mehr, oder doch? Markus Schaefer, Architekt und Urbanist, prognostiziert in seinem aktuellen Buch „Industrie.Stadt – Urbane Industrie im digitalen Zeitalter“ eine neue Verschmelzung von Industrie und Großstadt. Im Gespräch mit Michael Carl erläutert Schaefer seine Prognose und beschreibt, wie sich die Digitalisierung in der Stadt der Zukunft auswirkt. Seine These: Stadt und Land sind keine Gegensätze; das Land ist nur weniger urban und meist auch weiter weg. Letztlich gibt es jedoch keine Alternative zum urbanen Leben. Zeitgleich müssen wir das urbane Leben mit Hinblick auf die kommenden Krisen (Klimakrise, Arbeitskrise … bitte beliebig fortführen) neu gestalten, denn die Indikatoren und die Zeitlinie für den Kollaps gelten als erforscht. Kleiner Spoiler: Im schlimmsten Fall haben wir noch neun Jahre.

Teamwork und Führung sind nicht nur in Zeiten einer Pandemie heiß gehandelte Themen mit Verbrennungspotenzial. Fest steht: Vorpandemische Strategien zur Führung greifen nicht mehr und selbst fest zusammengeschweißte Teams weisen im Pandemie-Marathon Bruchstellen auf. Anna-Lena Heidinger, Expertin für Führungskraftentwicklung und Teamführung, zeigt im Gespräch mit Michael Carl Lösungswege auf und plädiert für eine Reorganisation auch langjährig stabil besetzter Teams. Faustregel: Das Team auf Distanz ist immer wie ein neu zusammengestelltes Team zu behandeln, sonst verpasst man den Punkt.

Die Gäste des Monats:

Philip Mertes, Co-Founder und COO bei EVOCAL Health

Patrick Kramer, Experte für digitale und biologische Transformation, Biohacker, Speaker und Gründer und Chief Cyborg Officer bei Digiwell – Upgraded Humans!

Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Freistaats Sachsen, Vorsitzender der SPD Sachsen, Ostbeauftragter der SPD

Markus Schaefer, Architekt, Neurobiologe, Urbanist und CEO von Hosoya Schaefer Architects AG Zürich

Anna-Lena Heidinger, Expertin für Führungskraftentwicklung und Teamführung bei Gemählich – die beratergruppe

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